Karte 
Archäologische Karte des Kantons Zürich / J. Heierli ; Topogr. Anstalt Winterthur, J. Schlumpf, vorm. Wurster, Randegger u. Co.
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einsamen Alamannen-Gehöfte. Hier und da erhob sich ein>schmuckloses Gebethäuschen zu Ehren des Christengottes undmanche glauben, dass der beispielsweise im Kanton Zürich 13 Mal wiederkehrende Ortsname Betbaur (Betbur, Bäpper)eben die Stelle eines Holzkirchleins aus frühchristlicher Zeitandeute. Es lag im Christentum eine kulturelle Macht, welche,,vereinigt mit der naturwüchsigen Kraft der Germanen, die-selben befähigte, die führende Rolle in der Geschichte fürJahrhunderte zu übernehmen.

Blicken wir zurück! Es ist eine grosse Spanne Zeit, diewir eilenden Ganges durchmessen haben. Wie armselig wardas Leben zur Steinzeit, wie hat es sich dann entfaltet in derBronzeperiode, und mit der zu Ende gehenden Eisenzeit warendie Helvetier im Begriff, in den Kreis der Kulturnationen ein-zutreten. Nach allen Seiten ist der Fortschritt unverkennbar::Die Haustiere haben sich gemehrt, der Ackerbau ist erweitertworden. Die Metalle wurden in den Dienst der Menschen ge-nommen, die Werkzeuge, Waffen und der Schmuck haben inForm und Technik Verbesserungen erfahren. Dann kamen dieRömer mit ihrer hohen Kultur; aber als ihr Reich unterging,,da schien der Fortschritt aufzuhören, der Gang der Entwicklung,unterbrochen zu sein. Dem war nicht so. Freilich, wenn man,unter dem Fortschritt nur die Verfeinerung der Technik, dierafhnirte Ausnutzung der natürlichen Reichtümer des Erdbodens-versteht, dann müssten wir mit dem Hervorbrechen der blond-lockigen Barbaren aus den germanischen Wäldern einen Rück-schritt der Kultur erkennen. Wer aber ob dem äusserlichen.Glanz das Edlere, Bessere im Menschengeschlecht nicht ver-gisst, der wird gestehen, dass die unverfälschten, natürlichen,kraftstrotzenden Germanen als Träger der Kultur sich bessereigneten als die in Luxus und Sinnengenuss verweichlichtenund erschlafften Römer, bei denen alles zu fehlen begann, waskeusche Kraft und unentwegte Treue, was Mannesmut und