Hauslmlm.
157
F i g. 12. Man sieht hier die bei einem 8 Stunden der Brutwärme ausgesetzt gewesenen Ei vorgegangenen Verän-
derungen. — Durch die Brutwärme hat sich die Keimhaut (bc) von der Dotterhaut gesondert und läfstals Spuren der unmittelbar unter der Keimhaut liegenden, veränderten Dottermasse einige hellere unddunklere Ringe (Haloncn) (d) durchschimmern (nach P and er Tab. I. fig. 2.).
Fig. 13. Aus einem 16 Stunden lang bebrüteten Ei (worin ® die Dottermasse). — Gegen die 12-te Stunde sieht
man (v. Bär) schon deutlich die geschehene Trennung der Keimhaut in 2 Platten, in eine äufsere,
seröse (seröse Blatt der Keimhaut, Pan der), n. eine innere (mucöse Blatt der Keimhaut). Die Keimhaut
zeigt in der Mitte eine runde, helle Stelle (Fruchthof, area pellucida) die später ihre Form ändert. Um
die 1-ite — 15te Stunde tritt im schon bimförmig gewordenen Fruchthof (b) das erste Embryorudimentauf, welches nach Pander zwei zarte Längsstreifen (erste Falten des Leibes, oder Primitivfalten Pan-
der) nach v. Bär (was wohl richtiger ist) ein mittler Längsstreifen (Primitivstreifen) ist', woraus sicherst die Primitivfalten (Rückenplatten v. Bär) bilden. Die unter dem äufsern, ebenfalls in der Gestalt
veränderten. Rande der Keimhaut (c) liegenden Ilalonen beginnen schon in einander überzugehen (*).
Tab. XVIII.
Ein erwachsener Bankivahahn, eine junge Bankivahcnne und ein junger Bankivahahn, nach Exemplaren
des hiesigen zoologischen Museums, gezeichnet von unserem gütigen Freunde Dr. E. d’Alton.
Herz eiukammrig oder unvollkommen zweikammrig, meist zweiöhrig, daher das ziemlich kühle, rothe,langsam ströhmende Venen- und Arterienblut gemischt. Alhemholen durch die Nasenlöcher, theils nur
durch Lungen, iheils durch Lungen und Kiemen zugleich. Gehirn sehr klein. Zwergfell fehlend, oder
nur angedeutet. Zähne theils im Kiefer in Furchen, oder Höhlen (eingekeilt), theils mit ihm verwach-
sen, zuweilen auch zugleich oder allein auf dem Gaumen, theils ganz fehlend. Glieder vier, zwei,
oder keine. Leib beschuppt oder beschildert, nackt oder warzig, stets unbehart, kalt. Bei allen CIo-
akbildung, bei wenigen Harnblase. Meist Eier legend, selten lebendige Junge gebährend. — Können
alle sehr lange ohne Nahrung und Respiration leben, auf dem Lande oder im Wasser, oder in beidenzugleich (daher beidlebige), sind überhaupt zählebig.
(*) Mehrcres über die Entwickclungsgescliichte des Hühnchens, welche, weil sie sich leichter als die anderer Thiere inden verschiedensten Stadien verfolgen läfst, schon vielfach untersucht wurde, s. hei ' Kqi<;rott>eqq *£<u Lib. IV. C. 3.;
Harvcy Exerc. d generat. anim. Excrc. 24. sqq. — H. Fab. ab Acjuap. Opp. T. II. Malpighi de format. pulliOpp. omn und in Mangcti Bihl. anat. Gonew. 1 699. J'ol.; Blasius anat. anim. p. 166 (enthält die Beobachtungen vonHippocrates, Aristoteles , Fabricius, Coiter, Vessling, Harvey, Langly, Schräder, Aldesi, Stenson,Nccdham und Malpighi); Maitre Jcau Observat. sur in forme du. poulet etc. Paris 1722. 8; A. Haller sur laformation du coeur du poulet Laus. 1/oS. Pol . II. 12,- C. F. W olff l’heoria generat. Hai. 17o4. 4.,- und 1774, 8.; u.Theorie d. Generation Berl. 1764. 8.; Commcnt. Pelrop. 7. .\lll; Blumenb. Abb. 7iat. Geg. n. 34. u. 5, dessen: Vergl.Anat. (1824) S. 534; L. S. Comes a 'Fredern Diss- inaug. rrted. sistens ovi avium hist, et incubationis prodromum JenaeMDCCCVIlt 4. c. f. aen.; Kieser Beitr. zur vergl Zool. H. II.; Pander diss. sistens hist, metamorphoseos, quamovum incubatum prioribus quinque diebus subit Jl urccb. 1817. 8. und dessen: Beiträge z. Entwichlungsgesch. d- Hühn-chens im Ei Wiirzb. 1817./o/. (mit Kupfern); Carus Lehrh. der Zootom. S. 92.; C. Pfeil De evolutione pulli in ovoiruubato (diss. inaug.) Berol. 1823 . 8.; C. E. v. Bär b. Burdach: die Physiologie a. Erßahrungswissensch. Bd. II.S. 239, dessen; Veber Enlwickelungsgesch. der Thiere Beobachtung u. Reßexion Th. I. Köntgsh. 182b. 4.
X