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Emys Europaea.
rothbraun, entfernt vom Magen, am untern Ende des Pancreas im Gekröse liegend. Speiseröhre imInnern blol's gefallet, A 11 lang. Magen gekrümmt, fast unmerklich ins Duodenum übergehend. Darm-kanal vom Magen an 2' S IU lang. Dickdarm mäfsig, 6 11 lang. Auf jeder Seile des Mastdarms einebimförmige, dünnwandige, in die Cloake, neben dem Eicrleiter oder Samenleiter, mündende Blase(Harnblase) (von mehrern nicht für Harnblasen gehalten). INieren länglich, tiefliegend, rothbraun. Nebennie-ren länglich, dottergelb. Harnleiter kurz, neben der Harnröhre und den Eierleitern oder Samengängen,2 11 über dem After in die lange Cloake mündend. Eierstock doppelt mit zahlreichen, runden Eichenvon verschiedener Gröfse, die gröfsern dottergelb oder dottergelb mit volh. Eierleiter grofs, mehrfachgewunden. Hoden rundlich. Nebenhoden sehr lang. Ruthe ansehnlich, oben mit einer Rinne statt ei-nes geschlossenen Kanals.
Als Vaterland kann man mit Sicherheit das südliche und gemäfsigte Europa anführen. Manhat sie in Italien (*) (namentlich in der Lombardei ) (*), Frankreich (z. B. häufig in Languedoc , in derGegend der Rhone und in der Provence ) ( 2 ), Ungarn , Polen ( 3 ), Ostreich ( 4 ), Baiern ( 5 ) und andernLändern Deutschlands bis Mecklenburg und Preufscn ( 6 ) hinauf und namentlich auch in der Mark,so unweit Berlin bei Spandau , bei Frankfurt an der Oder , dann in Schlesien beobachtet (*'). NachPallas ( 7 ) soll sie sich auch in Pontus , am caspischen Meer, im taurischen Chersones und in der gro-fsen Tatarei finden; wenn hier nicht eine Verwechslung mit der zwar verwandten, doch sehr verschie-denen Testudo caspica Gmel. zum Grunde liegt.
Sie lebt theils (besonders im Frühling) in Flüssen, Seen und Teichen, theils (zumal im Som-mer) mehr auf dem Lande, und nährt sich von Wasserinsecten, Würmern (Schnecken u. s. w.), Fi-schen (***) und Wasserpflanzen, in der Gefangenschaft auch von Küchengewächsen (Salat, Kohl u. s. f.),junger Saat, Kleie, ßrod, Mehl, Fleisch, selbst blofsem Heu und allerhand Abgängen (f). Die Jungenkann man mit zerkleinerten Regenwürmern erhalten. Die Nahrung verschluckt sie ungekaut. Diedunkeln und consistenten Excremenle werden im Sommer täglich einmal ausgeleert. Ihr Harn istwässerig (Hagström). Ihr Leben ist so zäh, dafs es selbst noch einige Zeit, nachdem man ihr denKopf abgeschnitten hat, forldauert (ff). Stets fühlt sie sich kalt an, zeigt sich aber, besonders beider Berührung der Halshaut, ziemlich empfindlich. Der Gang ist träge, kriechend, schleppend, dabeiist der sowohl seitwärts als nach oben und unten bewegliche Kopf mehr oder weniger, der Sclrwanzaber, welcher fast nur der Seitenbewegungen fähig ist, meist ganz vorgestreckt. Sie hört ziemlich gut.Nähert sich ihr etwas, so zieht sie Kopf, Füfse und Schwanz theilweis oder ganz unter die Schil-der (fff). Sie schläft mit geschlossenen Augen und etwas zurückgezogenem Kopf und Gliedern. Die
( r ) Schöpft’ a. a. O. ( J ) Lacep. a. a. O. Serres. Essai ■ ( 5 ) Schöpff a. a. O .; Sturm a. a. O, (*) Marsili
a. a. O.; Sturm a. a. O. ( ! ) Schränk Faun. Boica B. I. S. 277. ( 6 ) Bock JXaturg . Preufs. a. a. O. ( 7 )Zoog r. a. a. O.C*) Vielleicht auch in Sardinien, wenn die Tcstugine di fiume des Cetti m : t der unsrigen zusaromengehört.
(**) Weiter nach Norden scheint sie nicht zu gehen, denn sie ist weder hei Müller ( Prodr . zool. Dan.), noch inder Fauna Suec. (ed. Retz.) aufgeführt; auch fehlt sie bei Fennant.
{***) Den Fischen heifsen sie erst mehrmals in den Bauch, ziehen sie dann ins Wasser und verzehren sie bis auf dieGräten; oft bleiben auch die Schwimmblasen übrig und steigen auf die Oberfläche des Wassers. Dieses, so wie eiu eige-nes (durch ihre Respiration erzeugtes ?) Zischen verratlien die Gegenwart von Schildkröten in einem Gewässer. Marggr.in Mem. d. Bert arm. 1770. p. 3.; ]\eues. Hamb. Magaz. St. 75. S. 203.
(f) Man hält sic entweder in Gärten, wo sie sich selbst gut fortpflanzen, oder in K-ellern, worin man Getraide säet.Auf d. Lande findet man sie in Spülfässern, da manche Landleute ihren Aufenthalt darin den Schweinen für zuträglich halten.
(ff) Selbst nachdem man ihr den Mund und Nasenöffnungen verschlossen hatte, lebte sie 30 Tage ohne Nahrung undAthmen.
(ttt) Unsere Schildkröte, welche längere Zeit unter Menschen war, zog, wenn man sich ihr nicht etwa plötzlich nä-herte, den Kopf nicht mehr ein, liefs sich sogar, wenn man nur nicht den untern Tlieil der Halshaut berührte, streicheln,und streckte ihn dann sogar noch weiter hervor.