2
Acipenser. Stör.
Nasenöffnungen zur Seite des Kopfes. Nasenöffnung in eine obere vordere, mehr rundliche und untere,mehr längliche gelheilt. Schnauze in einen Rüssel verlängert, der von den in einen Knorpel (derunten von dem knöchernen, meist als Leiste vorspringenden, gesonderten Pflugschaar unterstützt wird)verschmolzenen Nasen- und Siebbeinen gebildet ist, und auf der Unterseite einen eigenen, knöchernenFortsatz hat, der 4 Bartfäden trägt. Jochbein als rechtwinkliger, aufserhalb schildchenähnlicher Knochen,nach hinten die Augenhöhle begrenzend. Maul der Quere nach oval, noch hinter den Augen, auf derUnterseite der Schnauze, in einer eigenen Vertiefung hinter dem Rüssel, unten von den Unterkiefern,oben zur Seite von den kleinen Oberkiefern, in der Milte von den aus 2 Stücken bestehenden Zwi-schenkiefern, woran sich hinten die mit einem plattenförmigen, knorpligen Anhang versehenen Gaumen-beine legen, umschlossen. Unterlippe über dem Kiefer sich nach hinten wendend, in der Milte gespal-ten. Körper langstreckig, meist mit durch Schüppchen oder Schildchen rauher, seltener glatter Haut,dann noch mit fünf Reihen (') Schildchen bedeckt und dadurch oft fünfeckig, besonders bei den jün-gem Thieren. Die eine Reihe mitten auf dem Rücken, zwei (jederseits eine) unmittelbar hinter, jaselbst auf dem Schulterblatt beginnende in der Richtung der Seitenlinie (die Schildchen derselben inder Richtung der Seitenlinie der Quere nach gekielt, nach hinten kleiner werdend) und zwei (jeder-seits eine) hinter den Schlüsselbeinen beginnende, zu den Seiten des Bauches. Bauchschildchen diekleinsten. Rückenschildchen die gröfsten. Schwanzende des Körpers von eigenthümlichen, theils rhom-boidalen, tlieils trapezoidalen, theils länglichen, dicht neben einander stehenden Schildchen bedeckt.Brust-, Bauch-, After-, Rücken- und Schwanzflossen vorhanden. Bauchflossen entfernt von den Brust-flossen, fast dicht vor dem After. Afterflossen dicht hinter dem After. Rückenflosse mit ihrem mitl-lern" und hintern Theil der Afterflosse gegenüber, also weit nach hinten stehend. Schwanzflosse ge-gabelt, mit oberem längern, und unterem kürzeren, aber breitem Ende. Das obere Ende derselbenals doppelter Saum das Ende der Wirbelsäule umgebend, die vordersten Strahlen der Rücken-, Schwanz-,After- und Bauchflosse kurz, unzerästet (Adminicula auct.). Aufser den auf den 5 Kiemenbogenstehenden Kiemenbüscheln noch eine bogenförmige Reibe mitten auf dem Kiemendeckel. Wirbelsäuledeutlich in Wirbel mit Fortsätzen abgetheilt, doch eigenthümlich (* **). Gehörorgan ganz vom Schädeleingeschlossen. Ein vom Kiemenapparat kommender, über dem obern Rande des Kiemendeckels, fast in derMitte zwischen dem Auge und dem hintersten Anheftungspuncte desselben durch eine kleine Oeffnungmündender Spritzkanal (***). Eine ansehnliche, mittelst eines Canals mit dem Magen communicirendeSchwimmblase. Bauchspeicheldrüse aus einer einfachen Masse bestehend. Darmkanal am untern Endemit einer Spiralklappe. — Die jüngern Thiere, die zu jungen ausgenommen, zeigen schon deutlichden Charakter der Hautbedeckung. Die Schildchen sind meist ziegeldachartig oder sehr genähert, undhaben längere Leisten und Haken (daher erscheinen sie winklicher und rauher). Schnauze spitzer, län-ger und oft gekrümmter. Die Leiste ihrer Unterseite viel slärker, selbst bei den Arten, wo sie spä-ter sich sehr wenig entwickelt, sogar mit Andeutung von Fortsätzen (f). Erreichen meist eine anschn-
C) AVenn A. rubicundus , wie Le Sueur sagt (S. unten), wirklich keine Bauchschildchen hätte, so machte er hier-von eine Ausnahme.
(**) S. hierüber aufser den unten angeführten Schriften von Bär, Meckel etc. Brandt Beiträge z. vergl. Anat „Zool.u. Physiol. Berlin , 1S30. 4.
(***) j)j e sc ] 10n T on Klein (Hist. Pisc. Miss. I. p. 19.) und selbst noch von Pallas angenommene Meinung, dafs dieSpritzöffnung die Gehöröffnung sey, haben schon Monro, Camper (Schrift, d. Ges. Natur/. Fr. VII. S. 206-) undKöi-reuter (Nov. Comment • Petrop. T. XVII. p. 535. tab. XII. f. 18 — 21. J widerlegt.
Cf) Merkwürdig ist eine eigene, zwischen den vordem Enden der Scheitel- und hintern Enden der Stirnschildchen beiganz jungen Thieren vorkommende Fontanellbildung, indem nämlich dort der Schädel blos erst von Haut bedeckt wird.