4 Sechste Classe.
Gräser, und noch ist die dabey abzweckende Absicht noch gegen«wartig in verschiedenen Landschaften unsers Wrltthei-lcö Nothwendigkeit und Bedürfniß, die gleichwohl wiefast jedes andere Bedürfniß auch in Luxus auszuartenpflegt. Nur ist der Gegensatz von eben so entschiede-ner Gewißheit, daß nur jene Nationen, nur jeneStaaten blühen, tn welchen der Ackerbau mit derViehzucht vereint, im Betrieb sind, daß wenigstensin unsern gesitteten Welttheile Brod — ein unentbehr-liches Bedürfniß mit und ohne thierischer Kost ist, daßes nicht nur wegen des mäßigen Preißes den Armennährt, daß es nicht nur hinreichenden Lebensunterhalt,sondern auch unsern gesunden Körperszustande ange-messenen, darreicht, daß im Gegentheil bey Theu-rung oder gänzlichem Mangel desselben, dem menschli-chen Körper bößartige epidemische Krankheiten, so wiedem Staatskörper ein allgemeiner Umsturz, nothwen-dige und unausbleibliche Folgen sind. Es seye die-ses wenige nur gesagt, um dir Vortheile und Noth-wendigkeiten, die aus dc^ Anbau der Getreydearten —als wahren Gräsern, in Rücksicht auf dem Menschen,zu beweisen; und unten seye es uns erst aufbehalten,den Nutzen der Gräser in Absicht auf die Fütterung alseinem nöthigen mb unentbehrlichen Lebensunterhaltfür so manche Arten unsers zahmen so wohl als wil-den Viehes darzuthun. Denn was ist der Ackerbaunach dem AuSspruch eines unserer grossen -Oekonomcnnnd Naturforschers anders, als ein im Großen betrte-bene Cultur gewisser Gräser? — Sollte irgend eine Na-tion den Ackerbau hintansetzen, oder selbigen vernach«laßigen, so ist es entweder nur hottentottische fast un-glaubliche Faulheit und Trägheit, oder welches wohlder seltenere Fall ist, es begünstige der Boden denAckerbau nicht. Fänden sich ja Landstreckea und Ge-genden, die gar kern Gras aufkeimen lassen, so sindes Wüsten, und dir unfruchtbarsten Gegenden. Dennso weift als gütig hat der Schöpfer fast jeden, auch