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Sechste Classe.
Eräsrr. lhen aus dem Fruchtknoten, dem Griffel, und denNarben. Der Fruchtknoten , der Grundsiof derkünftigen Frucht ist der unterste dickste Thell des Stein-pftls, von ovaler oder länglichter Figur, des.scn Ueberzug glatt oder haarig zu seyn pflegt. DerGriffel oder der obere fadenförmige Theil desSteMpfels, ruht auf dem obern Theil des Frucht-knotens. Nur wenige Grasarten giebt es, die nureinen einzigen Griffel besitzen, die meisten haben derenzween, welche von ihrem Ursprünge an aus einandergebogen, und schief aufwärts oder horizontal gestelltsind. Jeder dieser Griffel ist mit seiner Narbe ge-krönt; und jede dieser Narben stellte jene kleine Faser-chen vor, welche den Griffel ein so gefieder-es Anse-hen geben. Sehr oft bedecken diese kleine Federstü-cke den ganzen Griffel, und nur zuweilen ist er untenbloß, und von seiner Mitte au mit den Narben be«setzt. Ein jedes dieser Faftrchcn ist ein kleines an derSpitze offenes Röhrchcn, dessen Höhlung mit der in-nern Höhlung des Griffels in Verbindung steht. Wirdauf diese Faftrchcn der reife Saamenstaub, entwederbeym Verblühen abgestreift, oder durch dcn Wind dar.auf geschüttet, oder durch Jnftcten darauf getragen,so dringet der aus dcn Stündchen desselben heraus,schwitzende ölichte Saft in diese hohle Röhren ein, gehtdurch den Griffel herunter in den Fruchtknoten, undgiebt diesen das Leben und die Kraft aufzugehen, wor.auf alsdann der Griffel nebst dcn Staubgefäßen ver-welken, der Fruchtknoten aber heranwachst, und zur»eifen Frucht oder Saamen wird.
Sind nun in jeder Grasblume die männlichen sowohl als weiblichen Befruchrungswerkzeuge, die Trä-ger mit ihren Staubbeuteln, die Griffel mit ihrenFruchtknoten und Narben vorhanden, so wird einesolche Blüthe für hermaphrobitisch erklärt, oder ei-»k Zwitterblume genennl, und alsdann kommen die.
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