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1 (1827) Das Weltgebäude im Allgemeinen / von Johann Gottlieb Sommer
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114
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Gesetz der Schwere gesagt haben, so wie auf lad. II. zuverweisen.

Außerdem machte man aber noch andere Einwürfe,die gleichfalls in der Unkunde der Naturgesetze begründetwaren. Man wandte z. B. ein: Wenn die Erde sich vonAbend nach Morgen herumdreht, und ich lasse von einemThurme an der westlichen Seite einen Stein auf die Erdefallen, so kann der Stein nicht am Fuße des Thurmesniederfallen. Denn der Thurm rückt in der Zeit, die derStein zum Fallen braucht, mit der Erde ein Stück fort, undder Stein muß also weit westwärts vom Thurme nieder-fallen. Da nun aber dennoch der Stein am Fuße nieder-fällt , so sieht man daraus, daß der Thurm stehen bleibt.Folglich dreht sich auch die Erde nicht. Ferner sagte man:Wenn ein Vogel auf einige Zeit von seinem Neste weg-fliegt, so kann er es, falls die Erde sich dreht, nachher un-möglich wiederfinden, weil die Erde, und folglich auch dasHaus, unterdessen um eine große Strecke fortgerückt ist.

Allein man ging hier von einer falschen Ansicht derSache aus. Wenn die Erdesich dreht, so dreht sich nicht bloßder eigentliche Erdboden, d. h. die Masse von Erde, Stei-nen , Sand rc., auf der wir mit den Füßen herumgehen,sondern auch alles Uebrige, was zur Erde gehört, auch dieganze Luftmasse, die die Erde umgiebt, auch die Körper,große und kleine, die sich auf dem Boden oder in der Luftnach dieser oder jener Richtung hin bewegen. Der Vogel,der aus seinem Neste stiegt, wird unterdessen mit der Luft,in welcher er seinen Flug, vielleicht gerade nach Westen hin,verrichtet, dennoch in der Richtung von Westen nach Osten