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Von der sich bewegenden Erde mit fortgeführt. Der Stein,den ich von der Spitze des Thurmes aus der Hand fallenlasse, nimmt jetzt seine Richtung nicht bloß nach unten,nach dem Mittelpunkte der Erde zu; sondern in dem Au-genblicke , wo er meiner Hand entgleitet, wirkt auch aufihn die allgemeine Bewegung der Erde; er wird nun inderselben Richtung von Westen nach Osten fortbewegt, undgelangt zuletzt am Fuße des Thurmes eben daselbst an, wosich jetzt der Thurm selbst befindet.
Man kann sich von der Wahrheit dieses mechanischenGesetzes auf einem fahrenden Schiffe durch ganz ähnlicheErfahrungen überzeugen. Wenn man z. B. auf einemSchiffe Ball spielt, so kommt der Ball, wenn er senkrechtin die Höhe geworfen wird, dennoch nach einigen Sekundenrichtig wieder auf dem nämlichen Punkte des Schiffes an,und ich kann ihn mit der Hand wieder auffangen. Hierkönnte man auch einwenden: Wenn das Schiff sich unter-dessen fortbewegt, so kann der Ball unmöglich wieder geradeniederfallen, sondern er muß ein Stück weiter rückwärts,vielleicht ins Wasser fallen. Der Grund dieser Erscheinungist hier der nämliche wie bei der Erde. Die Bewegung desSchiffes theilt sich allen Gegenständen mit, die sich daraufbefinden. Der' in die Höhe geworfene Ball folgt freilichder Richtung, die ihm meine Hand giebt; aber nn demAugenblicke, wo er aus meiner Hand wegfliegt, wirkt nochimmer die Bewegung des Schiffes, und selbst meine Handist während des Werfens in der Bewegung begriffen, dieihr das Schiff mittheilt. Indem der Ball also aufwärtssteigt und wieder herabfällt, bewegter sich zugleich um eben
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