s. Gatt. Die Kokospalme. Cocos. 109
sie seyen Früchte von einem Gewächs, das in dem Meere KokoF«oder an den Klippen wachset. Diese sogenannten maldi- bäum.dischen Nüsse haben eine plattrundc Figur, und sind inder Mitte durch eine tiefe Rath zertheilt, daß sie gleich-sam aus zween Backen bestehen. Ihre Dicke betragt nurdie Helfte von ihrer lange und Breite, welche beynahegleich nd. Auf der einen Seite sii'd sie rund, und aufder andern platt. Herr HöUttUYN sagt, er besitze euiesolche Nuß, welche einen Fuß laug und eben so breit scye,dergleichen nach Rumphs Z ngnis in Indien vcr diebeste gehalten werden, und man höre deutlich zweenKerne darinnen klappern; doch stndet man kleinere undgrößere, und zuweilen bekommt man nur die eine Helftedavon. Diese Nüsse sind nach allgemeinen Zeugnissenin Indien selber noch eine große Selienheit, so daß mandaselbst vor die beste Wohl hundert und fünfzig Reichs»thalcr bezahlet. Die Chmescr gebrauchen dieselbe, wiemau sagt, vor Götzenbilder, in Indien aber, wo mansie den Königen und Fürsten liefern muß, schreibt manihr solche heilsame Kräfte zu, daß die Nuß selber deswc»gen den Namen, Nux medica, bekommen hat. Ihrevornehmste Eigenschaft, worauf man siehet, scheint znseyn, daß sie dem Gift widerstehen soll; daher ihr auchBauhin den Namen, Nux Indica ad venena ce-lebrata, beygeleget hat. Nach dem Rumph w.rd die»scü Mittel aus dem Mark dieser Nuß bereitet. ClufiuKsahe zu lissabon von dem getrockneten Mark dieser Nuß,welches durch die Portugiesen aus Ostindien dahin ge»bracht und in großem Werth gehalten wurde. Der be-rühmte D. Piso gebrauchte dar Pulver davon wider ver-schiedene innerliche Krankheiten, und sagt, daß es wenigGeruch oder Geschmack habe. Gegenwärtig ist diese Arz-ney in Europa unbekannt. Nach dem Sieg, welchendie Holländer im Jahr I622 über die Portugiesen vorBantam erhielten, wurde die erste maldivische Nuß durchden Admiral nach Holland gebracht, welchem sie derVorsteher des Orts aus Dankbarkeit geschenkt hatte.
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