Buch 
1 (1777) Von den Palmbäumen und andern Bäumen / Carl von Linné
Entstehung
Seite
210
JPEG-Download
 

Trauer

bäum.

>

Lio Zwole Classe. Erster Abschnitt.

kumeram. Hort. mal. I. p- z^< t. 2l»

R.AI. Hist. p. 1698.

Acosta, ©«reiste und andere Schriftsteller, wel-che von diesem Baume Meldung tbun, geben zumTheil von seinen Blattern verschiedene Beschreibungen,indem sie einige mit Zwetschgen, andere mit Myrten,andere mit den Salbeyblättern der Gestalt nach verglei'che»; alle aber kommen darinnen mit einanderüberein,daß seine schöne, weißglänzende und wohlriechende Blu-wen sich nur des Abends öfnen, und am Morgen, sobald sie von der Sonne beschienen werden, abfallen.Dieser Baum wird drey oder vier Mann hoch; seinStamm ist ungefehr einen Schuh dick und mit eineraschgrauen Rinde bedecket. Er hat eine ausgebreitetedicht Mi Blättern bewachsene Krone; er wachset inOstindien auf ^andichten Boden, und breitet seine Wur-zeln sowohl über als unter der Erde aus. SeineBlätter stehen an knotichten Zweigen gerade gegen ein-ander über, sind dick und rauh, an der Basis breit,und vorne gegen die Spitze zu ganz schmal, auf der obernSeite dunkelgrün und auf der untern weißlicht undetwas wollicht, und am Rande ein wenig gekerbet.Aus den Achseln der Blätter entspringen steife Stiele,welche sich in drey Theile spalten, an deren jeglichemfünf weißllchte Blümlein sitzen, welche aus sechs, siebenoder acht glänzenden Blättlein bestehen, und zweyStaubfaden mit dicken Staubbeuteln enthalten. Acostaaber sagt, daß unten an jedem Blak ein Blumenstielentspringe, welcher oben vier Köpflein trage, von de-nen jegliches aus fünf kleinen Blätlein bestehe, ausderen Mittelpunkt sich fünf weiße schöne Blümlein er-heben, welche der Größe nach fast der Pomeranzen-blüthe gleich, aber zarter, schöner und wohlriechenderseyen. Die Blumenstiele sind mehr roth als gelb, undwerden von den Indianern zu den Speisen, wie in Eu-ropa der Safran, gebraucht; auch machen sie mit geb

ben Sandcl eine Salbe daraus, womit sie ihren Leib

beschmie-