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1 (1777) Von den Palmbäumen und andern Bäumen / Carl von Linné
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231
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LO. Gatt. Rohr oder Schilf. Arundo 231

unb verwahren. Clusius beschreibet ein solches Stück Bam-von einem Bambusrohr, welches sieben und zwanzig bus-zind einen halben Schuh lang war, und unten zwan« röhr.zig Zoll ini Umfang, und folglich über einen halbenSchuh im Durchmesser halle. An den Gelenken ent-stcne» die Blatter, welche eine Spanne lang und ei-nen Finger breit sind, am Enpe aber ganz spitzig zu-laufen , und auf solche Weise den gewöhnlichen Schilf-blättern sehr gleichen; sie sind grün und haben eineikrauhen Rand, DaS Bambusrohr blühet, wie mansagt, erst im sechzigsten Jahr seines Alters, und trei-bet alsdann eine Blüthenrispe, welche mit einem lau,gen, geraden, steifen Schafte versehen ist; vordemBlühen soll es alle seine Blatter abwerfen, und nachdem Verbuchen tchsterbe». Die alle Bambusrohre wer»den auswendig gelb und holzichft

Wenn die Bambusrohre noch jung und grün sind, ~so werden sie von den Indianern krumm gebogen, da-Mit sie zum Tragen der Sanfte», welche bey ihnen brauch.Palakins hcjsseu und deren sich ihre Vornehme zu be-dienen pflegen, desto bequemer gebraucht werden kön-nen. AuS den grossen Stammen machen sie auf einesehr einfache Weise Schiflcin, worinnen zween Men-schen, nehmlich an jedem Ende einer, sitzen und fahrenkönnen; das Bambusrohr nehmlich wird zu dem Endeschlechthin gcspallen, und alsdann bey zween Knotenoder Gelenken also abgehauen, daß die Ende oben undunten durch die gedachte Scheidwande geschloffen blei-ben. Man siebet hieraus, daß der Stamm wohl zweySchuh dick werden muß, und da der Zwischcnramnvon einem Gelenke zum andern beynahe mit dem Um«fang übereinkommen soll, so können die Schiflcin eineLange von mehr als sechs biß zwölf Schuh haben.AusserdeiN gebrauchen sie die Bambusrohre häufig zuPfählen, Säulen und Balken bey ihren Häusern oderHüllen, zu Angelrulhcn, zum Ausspannen der Reze,rmd zu allerhand HauSgerälhc.

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