Buch 
1 (1777) Von den Palmbäumen und andern Bäumen / Carl von Linné
Entstehung
Seite
262
JPEG-Download
 

2.6z Zwote Classe. Vierter Abschnitt.

Lieber« "ach dem Abnehmen, in die Sonne oder sonstcn der freyenrinden» Luft ausgesetzet, damit sie trocken werde, wobey man siebäum. sehr vor den Regen bewahren muß, auf daß sie nichtschwarz und schimmlicht wird und verdirbci. Wenn siehinlänglich trocken ist, wird sie eingepackt, und auf dieMeß von Panania gebracht, wo man sie alsdann verlauftund nach Europa einschiffet.

Man unterscheidet von dieser Fiebcrrinde zweyerlcySorten, nämlich die weiße und die rothe, worunter manzwar noch mehrere Abtheilungen macht, d>c aber weni-gcr beträchtlich sind; der Herr von Eondamine glaubteauch diesen Unterschied bloß in der Gegend, wo sie wachst,gefunden zu baden, indem die weiße allemal zuoberst aufden Bergen und in den kältern Strichen stehet, die ro-the hingegen an der Schiefe der Berge und in den warm«sten Gegenden angetroffen wird. Die weiße Rinde istzum Gebrauche untauglich, indem sie keine Kräfte hat,hingegen ist die rothe am besten. Man macht bey diesereinen Unterschied zwischen der gelben und rothen, aber. ohne Grund , indem man an den Bäumen selbst keinenUnterschied antrift, und der wenige an der Rinde beymEintrocknen auch sich verlieret. Diese gute Sorte vonRinde, welche Amarilla und Colorada bey den Einwoh-nern heißt, ist oben gleich braun, als welches das sicher«sie Kennzeichen von ihrer Güte ist; sie muß zugleich oben»her rauh und schcrbicht seyn, und sich brechen lassen.Vormals dielte man die dicke Rinde vor die beste, fetz»aber liebet man die zarteste, vielleicht weil wegen dem Ab-gang der alten Baume keine dicke Rinde mehr zu bekom-men , oder weil dieselbe auch nicht so leicht trocknet, unddaher d m Verderben eher ausgesetzt ist. Es giebt zwarnoch eine Gattung von dicken Ri 'den, die von den weib-lichen Bäumen kann gesammlet werden, sie ist aber vielschwächer als die andere, sehr schwammicht, innwendigvoll von Holzfasern, und hinterlaßt auch der Zunge we-nig B'.trrrkeit, deßwegen die Akademie der Wissenschaften

i»