2y8 Zwote Classe. Viertee Abschnitt.
Krähen« den vor die besten gehalten, und man kann derselben ge«
äugen, nuz bekommen, weil der Baum seine Wurzeln weit aus«breitet. In Ostindien ist diese Wurzel ein gewöhnst«chcs Mittel wider drcykagige Fieber, und wird auchüberdiß, gleich wie andere bittere Gewachst, zur Star«kung des Magens , wider Blähungen, und auch widerdie Würmer gebraucht.
Vor die Kennzeichen eines guten Schlangenbolzcshalt man, wenn es weiß oder gclblicht mit meistenAdern ist, und eine schwarzlicht und grau gefleckte Rin-de bat; dabey soll es von einem lockeren, schwammich-ten Gewebe, aber dennoch hart, dicht und schwchr, oh-ne Geruch, und von einem scharfen und durchdringendbitteren Geschmack seyn. Man sagt, das Schlangen«hol; behalte seine Bitterkeit, wenn eS auch noch so altwerde; und wenn es »och ganz frisch styc, so habe eseine ungemcin subtile und flüchtige Scharfe und etwa-belaubendes, und seye daher das erste Jahr nicht sicherzu gebrauchen, indem eS leichtlich Wahnwitz, GrimmenErbrechen und Convulsioncn verursache. Man erwäh-let daher zum Gebrauch ininicr ein solches, welches altund wohl ausgetrocknet ist, und auf solche Weist wirdcs entweder in Pulver, oder in Aufgüssen und Decocktcnwider allerhand Gifte, wider kalte Fieber und Würmergerühmt. Kluge Aerzte aber warnen dennoch, auch einaltes Hol; nicht in allzugroßer Dost zu geben, oder mitdessen Gebrauch lange anzuhalten, weil man auch aufsolche Weist bißwcilen beobachtet hat, daß von demsel-ben Zittern der Glieder, Sinnlosigkeit und vorüberge-hender Wahnwitz entstanden sind. Anron von Heide er-zählet das Exempel von zwey Personen, die eine allzustar,ke Dosin von dem Pulver des Schlangenbolzcs cingenom-^ mcn hakten, und wo bey der einen ein Zittern und Kraft-losigkeit in den Gliedern, und bey der andern nebst dem Zit-tern auch eine Betäubung und Derrückung dcs DcrstaiHcserfolgete ; doch bat er in beyden Fallen mit einer schlaf«machenden Arzney ist kurzen Hülfe gcschaft.
Acht