5sv Zwote Classe- Neunter Abschnitt.
Cercis nennet,- sonsten heißt er auch noch wegen seinen flachenoder scheidenförmigen Hülsenfrüchkc in Frankreich Marinier,Judas- und jn Spanien Llxarroda laco, oder falsches Ivhan-bäum. „isbrod.
An ungebauten Orten wachset dieser Baum bis»weilen krumm, niedrig und strauchartig; wenn er aberordentlich gcpflanzet wird, so bekommt er einen aufrech-ten Stamm, der bey zwanzig Schuh hoch wird, mit ei-ner dunkelbraunen Rinde bedeckt ist, und sich gegen denGipfel zu in viele irreguläre Aeste abtheilet, die mit zir-kelrunden, herzförmigen Blattern beseht sind; welcheohne besondere Ordnung an den Zweigen, auf langenEttclen stehen. Diese Blatter sind glatt, haben aufder obern Seite eine blaßgrüne Farbe, auf der unter»aber sind sie weißgrau, und im Herbste fallen sie ab.Die Blumen kommen auf allen Seiten der Zweige, undmanchmal auch aus dem Stamm selbsten, büschclweis, zudrey, vier oder mehr aus einem Punkt, auf kurzen Stiele»heraus; sie haben eine sehr glänzende purpurrothc Farbe,und machen daher ein schönes Ansehen, zumal wenn dieZweige dicht damit besetzt sind, denn sie kommen im Früh-ling mit den Blattern, und zuweilen noch vor denselbenzum Vorschein, und haben daher schon ihre vollkommeneSchönheit, ehe noch die Blatter die Helfte ihrer Größeerreicht haben. Sie dauren ziemlich lange, und weil sieeinen angenehmen scharfen Geschmack haben, so werde»sie öfters zum Salat gebraucht, daher auch der Baumvon einigen früher Salatbaum genennet wird. Wenndie Blumen abfallen, so wird aus dem Fruchtkuotcn ei-ne lange flache Schotte, welche ungefehr eine bis andert-halb Querhande lang, und eine» Zoll breit, ziemlichdünn und etwas durchsichtig und von braunröthlichcr Far-be ist, und eine Reihe rundlicher brauner Saamen ent-halt, die ein wenig zusammengedrückt, und etwas grös-ser sind, als Linsen. Diese Früchte werden auch i»England bey warmen Wetter sehr wohl reif; und wennhochstämmige Baume an einigen Orten, welche ganz