Buch 
1 (1777) Von den Palmbäumen und andern Bäumen / Carl von Linné
Entstehung
Seite
634
JPEG-Download
 

6z4 Zwote Classe. Neunter Abschnitt.

Storap- ist , und bey den Spaniern Estoraqu« , »nd bey den

bäum. Jtaliancrn Ltoracs heißt. Das eigentliche Vaterlanddieses Baums ist Syrien , Palastina , Aethioptcn,Arabien, Crcta nebst verschiedenen andern Inseln dcSArchipelagus; doch wächset er auch in den mittägigenTheilen von Europa, in Italien, und in der Provencein Frankreich so häufig wild, daß man, wie schonLobel bemerket bat, in diesen Ländern ganze Wälderdavon antrifft, er bringt in denselben alle Jahr imUeberfluß reife Früchte, und pflanzet sich selbstcn fort,so daß er gegenwärtig wenigstens auch ursprünglich indenselben zu Hause zu seyn scheinet. Selbst in Eng-land ist er nach Millers Erfahrungen ziemlich dauer-haft , und wenn man nur die jungen Bäume mit Vor-sicht den Sommer hindurch nach und nach an die freyeLuft gewöhnet, so dauren sie nach drey oder vierJahren nicht nur den Winter über daselbst i» freyerLuft aus, sondern blühen auch hernach jährlich imJunius, und bringen so gar manchmalcn im Herbstreife Früchte. Man ziehet ihn aus dem Saamcn oderden Kernen , welche, wenn man sie zu Ende des Som-mers säet, im folgenden Frühjahr aufzugehen pflegen;wenn sie aber erst im Frühling gesäet werden , mei-stens ein ganzes Jahr lang vorher m der Erde liegenbleiben. Die Größe dieses Baums ist gemeiniglichwie bey einem Oelbaum oder Quittenbanm ; undTourneforr sagt, daß er so wohl in Ansehung derBeschaffenheit seiner Blätter, als auch deS Stammsund der Rinde einem Quittcnbaum ähnlich seye. SeinStamm wird zwölf bis vicrzchcn Schuh hoch , ist miteiner glatte» , in das Grüne fallenden Rinde bedecket,und treibet nach allen Seiten viele dünne Zweige, diemit eyrunden, ganzen und unzerthcilten Blättern besetztsind; diese Blätter stehen wechsclswcise auf kurzenStielen, sind ungefehr zween Zoll lang und andert-halb Zoll breit, und haben auf der obern Seite eineHlflnzende grüne Farbe, auf der untern aber sind sie

mit