ii8. Gatt. Pflaumen. Pranus. 733
zwo kleinen Warzen oder Drüsen versehen. Die Blu-wen sind weiß, und erscheinen in langen traubcnsörmigenBüscheln an den Seiten der Zweige; sie dauren insge-mein vom April bis in den Brachmonath, und habeneinen starken Geruch, welcher zwar nicht unangenehmist, den aber manche Personen wegen seiner Stärke nichtertragen können. Diese Büschel bestehen a»S zahlrei-chen Blumen, welche kleiner sind, als Kirschenblumen,und gezahnelte Blumcnblättlcin haben ; jegliche Blumestehet auf einem besondern kurzen Stiel, und diese zu-sammen stehen wechsclswcise längst dem Hauptstiel. Aufdie Blumen folgen kleine runde Früchte, ohngcfehc sogroß, als mittelmäßige Erbsen, welche anfänglich grünsind, nachher aber roth, und endlich, wann sie ganzreif sind, schwarz werden; sie habe» nur wenig mage-res Fleisch, und einen rundlichten gefurchten Stein.Diese Früchte, welche einen unangenehmen und cckel-haften Geschmack haben, und gewöhnlicher Weise nur ei-ne Speise der Dögel sind, werden von den Finnländernals ein stopfendes Mittel wider die Ruhr gebraucht, aneungeii Orten auch von Kindern, und von den Schwe-den und Kamrschadalen mit Salz bestreuet, und von denLappländern in Wein oder Brandtcwein getunket, gernegecssen. Zur Zeit, wann dieser Baum blühet, macht er«in sehr schönes Ansehen; und die Schweden pflegenalsdann ihren Flachs oder Hanf zu säen. Seine Blät-ter schlagen im Frühling vor andern Bäumen sehr baldaus; sie werden weder von Pferden noch Gciscn ge-fressen, und wenn sie auf den Kornböden liegen, kaumvon den Mäusen berühret. Sein Hol; ist glatt undbiegsam, und kann von Drechslern und Tischlern zu Hand-heben, Pcitschenstöcken, Tobackröhren und allerhand klei-nem Hausgeräthe gebraucht werden. Die Finnländec cu-riren mit einem sehr starken Decockt von seiner Rindedie Lustseuche. Auch kann man auf die Stämme dieserBäume mit gutem Nutzen Apfel - Birn - und Kirschen,bäume pfropfen.
Pflau,
wen.
r) Dirgi«