nL Vierte Classe. Zweyter Abschnitt.
Fett« nennet wird; in Schweden nennet man fieFet-ört,
frans, Fetnacke , oder Krakört , mgleichen Tät,grasober Sätgräs. Die Schaafe fressen sie nicht, nndwenn sie es auch in Ennanglung ander» Futters thun,so sterben sie davon, wie man in Einstand beobachtet hat,und daselbst deswegen die Pflanze Whytroot nennet.Dein ungeachtet ist sie nicht ohne Nutze,i. be-
richtet , daß sich an einigen Dtten das Landvolk einesLaraiis bereiteten TheeS oder Sirups als eines gelinden lLanermittels bediene; andere hingegen rühmen sie als«in Wundkraut in der Schwindsucht, ja gar in Brü-che»; äusserlich wenigstens ist nach den Erfahrungen ider Landleute der fette Saft der Blatter in Schrnnden joder andern Wunden bey Menschen und Vieh sehr l>e,l- >sam. Wenn man sie mit Wasser kocht, und den Kovf sDamit wascht, so macht sie das Haar länger wachsen,und färbt solches, wie lAlMON Pauli versichert, gelb;der Saft der Blätter tödtet die Läufe bey Me, scheuund Vieh. Am häufigsten wird sie in Schweden undandern nördlichen Ländern zu Bereitung einen besonderndicken Milch gebraucht, die sie Taetmiolk ober Saet-mioelk nennen. Sie seihen nämlich sehr geschwindeDie warme Milch , wie sie von der Kuh kommt, überDie frischen und fetten Blatter, und stellen sie aledenneinen oder zween Lage hin, wodurch sich die Milch alsoverdickt, daß sich nicht einmal einige Molken, und auchkein Rahm davon absondert, daher sie alsdenn sehr an-genehm schmecket. Auch hat eine solchergestalt zube-reitete Milch die Eigenschaft, daß wenn man einenhalben Löffel voll davon unter andere frische M.lch gießt,diese nach einiger Zeit in eine eben solche dicke Milchverwandelt wird, welche auch wieder die nämliche Krafthak, und einer andern Milch mittheilen kan, daß manauf diese Weife ins Unendliche damit fortfahren könnte,und sich also die gemeldte Kraft durch eine Gährnng fort-pflanzet und vermehret. In Lappland nud Schweden istdiese Zubereitung der Milch etwas gewöhnliches.
z.) Al.