Band 
Fünfter Theil. Von den Kräutern.
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570. Gatt. Spurre. Holosteutn. 20s

Diese Pflanze wächst in den mittägigen und Spurre»mittlern theilen Von Europa an Mauern und auf ge-bauten und ungebautcn Feldern, in der Nachbarschaftvon Draba verna und Arabis Thaliana; sie istnur ein Sommergewächs , blühet im Frühjahr sehr zeit-lich , und bekommt schon im May reife Saamen. IhrStengel ligt mit dem untern Theil ein wenig auf demBoden, wird einen Zoll, eines Fingers , bis einer Handbreit lang , und zenhcilet sich von unten an in Zweige.

Auster den Wurzclbläktern , welche auf Stielchen in ei-nem Kreiß herum sitzen, sitzen die übrigen ohne Stiel-chen am Stengel gerade gegen einander über, und sindlanzenfbrmig, saftig, glatt» blaulicht oder meergrün,etwas über einen halben Zoll lang und ein paar Linienbreit, und umfasten den Stengel. Am Ende des Sten-gels einspringt eine Dolde von sechs bis sieben ziemlichlangen Blumenstielchen, welche nach der Blüthe mehraufrecht sind, als währender Blüthe. Die Blumensind klein und weiß, oder bisweilen blaßrdthlich; dieBlumenblättlein sind umgekehrt« eyrund, stumpf, mitdurchsichtigen Streifchen geziert, und haben vorne dreykleine Zahnchen ; die Saamenkapsel zerspringt am En-de in sechs Schaalenstücke, und enthält ungefehr 40.kleine gelbe Saamen. Nach Herrn VON Halters Be-obachtung haben die Blümchen bisweilen auch vier oberfünf Staubfäden.