374 Vierte Classe. Vierter Abschnitt.
Seiden. So" den Engländern Dodder ; und von den Hollän-dern Warkruid, Worgkruid, Schorfte, Wrän-ge oder Viltkruid gcncneiit. Da- ganze Gewächsebestehet an- einem Büschel langer röihlichcr Fäden, wel-che ganz nacket und dlatiloß, und sowohl in einanderselbst, als um die Gewächse, an denen ste hangen, her»umgeschlungen sind; die blaßröthliche Blumen zeigensich im Julius und August , und sitze» ungcstielt in denLhcilunqewinkcln gedachter Fäden, in kopfförmigen Bü«schtlchen, je zu zehen bis funfzehen oder mehrern in«incm Büschelchcn. Mit seinem Wachsthum gehet esso z«: Nachdem der Saame in der Erde aufgegangen,und dir junge Pfiänzlcin über der Erde eine benachbar-te Pflanze ergriffen haben, so schlingen ste sich gleichUM dieselbe herum, kriechen an ihr hinauf, und ziehen,vermittelst kleiner Fäserchen hinführo alle ihre Nahrung-an; allein aus der Pflanze; worauf dann nichtallein die Würzelche» in der Erde, sondern auch deruntere Theil der Stengel oder Faden selbst verwelktund abstirbt, und dieses hat den Irrthum, den so garLinnens angenommen hat, veranlasset, daß die Flachs,seidc gar keine Wurzel habe, sondern ohne deren undder Erde Beyhülfe uumittclbar an andern Pflanzen ent-stehe. Die Gewächse, an denen sich diese Schmaro-zerpflanze befindet, werden öfters ganz von ihr überzo-gen, und dadurch in ihrem Wachsthum gehindert, desNahrungsafts beraubt, und endlich dadurch erstickt, s»daß sie beym Hopfen, Hanf, Flachs und andern nütz-lichen Gewachsen manchmal ein sehr verhaßtes Unkraut,und eine wahre Plage ist. Diese Flachsscide har einenschwachen Geruch, und einen etwas scharfen Geschmack,der sich ziemlich lang auf der Ziinge spühren laßt mangebraucht sie in der Arziieyklinst, als ei» auflösendesMittel, und halt ste vor besonders kräftig i» Versto-pfungen der Eingeweide von schwarzgallichten Feuchrigekeiteu.
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