684' Gatt. Singrün. Vinea. 74)
sind einen bis anderthalb Zoll lang, und haben ein« Ein«ziemlich steige lcderartige Substanz und auf der Oberfiä. ^ün»che ,-jne gianzende dunkelgrüne Farbe. Die Stengelwerden «inen Schuh lang und drüber, sind rund, schwach,und sehr biegsam, habe» bisweilen keine oder nur weni-ge Zweige, und liegen, insonderheit wenn sie keine Blu-men haben, auf dem Boden, die blühende Schossen oderZweige aber richte» sich in die Höhe. Die Blumen ste-hen auf runden, nackcken, einen halben oder ganze» Zolllangen Stielen, die fast durchgehends ein wenig gekrümmtsind; ihr Kelch ist kürzer, als die Röhre der Blumen«kröne, deren Farbe meistens und gewöhnlicher weise hell-öder blaßblau, bisweilen aber auch rökhlich oder weiß ist.
Man har in den Garten auch gefüllte und bunte Blu-men. Die Früchte, so auf diese Blumen folgen » kom-men , wenn man nicht die Pflanze besonders wartet, in-dem man die Nebenschvssen beständig wegschneidet, sel-ten zur Zeikigling; die natürliche Vermehrung der Pflan-ze geschiehet daher insgemein durch die kriechende Wur-zeln iiiid durch Nebcnschossen, auch wurzelt der Stengelleichtlich, wenn er in die Erde kommt. Die Blumenwachsen einzeln in den Winkeln der Blätter, sind schön,und habeii einen biä anderthalb Zoll im Durchmesser.
Die ganze Pflanze ist glatt und ohne Haare. Manzähle sie unter die Arzneypflanzen, iiisoiiderheik unter dirBlutreinigendc, stärkende, und Wundmittel; wiewohl stein den Apotheken nicht viel vorkommt. Man hält si«vor dienlich zu Stillung innerlicher Blutflüssr, wie auchin Durchfällen und andern ähnlichen Krankheiten;
Nefidtt empfiehlt ihren Gebrauch mit Molken in der Lun-genschwindsucht; und Pöl'haave lobet sie zur Reini-gung des Geblüts, Auflösung schleimiger Verstopfungen,und vornehmlich wider den Scharbvck. Mit einem De»eoct dieser Pflanze in Milch heilet« Herr ei-
ne heftige Heiserkeit, wobey der Kranke fast gar keinenLaut hervorbringen konnt«. Ihr Geschmack ist bitter.
Aaa s
*•)