Band 
Neunter Theil. Von den Kräutern.
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54 Viert-Classe. lyterAbschn. isteAbtheil.

Löwen« sehr viele Benennungen, unter welchen die Namen:zahn. Gänseblume, Kubblume, Mönchskops, Pfaffen-platte, Pfaffeiwiftel und Pfaffenröbrlein die ge-wöhnlichsten und vielleicht auch bekanntesten sind. Weilihre Wurzel einen sehr bittern milchahnlichen Saftenthalt, und deßwegen besonders feifcnarlige, cröf«nendc und harntreibende 5'raste besitzt, so hat sichihr Werth von jeher bis auf unsere Seiten erhalten.Die Aerzte loben sie also nicht ohne Erfolg, um zäheSäfte und verstopfte Eingeweide des Unterleibes auf-zulösen. Nicht weniger reich an ähnlichem milcharti.gen Saft sind Stamm und Blatter. Frisch mit Mol-ken oder Fleischbrühe im Frühjahr häufig getrunken,ist dieser ausgepreßte Saft hinreichend, ein gelindeabführendes und blutrcinigcndes Mittel abzugeben;auch kan selbiger äusserlich m Krankheiten der Augen,in Wunden und Geschwüren anderer Theile mit Nutzenangcrathcn werden. Die Blatter sind sehr bitter, kön-nen aber doch, wenn sie noch jung sind, als Salat,und gekocht wie Endivien nicht nur im Frühjahr, son-dern auch, wenn sie alle drey Wochen gcsact, undhernach durch Anhäufung der Erde gebleiehet werden,den ganzen Sommer, und in Kellern auch den Winterhindurch, gcnutzet werden. Die Wurzeln gebraucheneinige, wie Kusse. Das bittere Extrakt ist in denApotheken eben so bekannt, wie das per fermenta-tionem abgezogene Wasser, nach der Vorschrift desHerrn Gebeimden Hofrarh Delius zu Erlangen. DieSchaase fressen dieses Gewächse gerne, und seinefrühen so wohl als spätern Blumen geben den Bie-nen Stof zu Wachs und Honig. Herr Wiggersglaubt in seiner Holsteinischen Flora Ursache zu habe»:,das 1'uraxacum nicht für eine Art des l.eontodons,nach Herrn v. Sinnes Meynung, sttrdcrn für eineselbststandigc, besondere Guccung zu halten.

2 ) Knolli-