Band 
Zehnter Theil. Von den Kräutern.
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i H4te Gatt. Vanille. ^prösnörum. 107

frisch bleiben. Der berühmte Miller erhielt einige 53^^Ranken dieser Pflanze, die Rdberr Millar zu Cam«peachy gcsammler, zwischen Papier, wie die gerrockne,ten Krauter versendet zu werden pflegen. AIS er sie er-hielt, waren sie bereits wenigstens vor vier Monatengesammlet worden, und nachdem er das Papier eröfnete,fand cc, daß die Blatter, wegen der in ihnen enthalte,nen Feuchtigkeit, und das Papier mit ihnen verfauletwar. Die Ranken aber schienen noch frisch zu seyn;daher pflanzte er einige davon in kleine Töpfe und grubsie in ein Lohbeet ein, wo sie bald wieder Blätter, undaus den Knoten Wurzeln trieben. Da sich aber diePflanzen von Natur an die Stamme der Baume anzu-hangen pflegen, so kann man dieselben nicht ohne Schwie«rigkcit erhalten, wo ihnen diese Beyhülfe abgehet; weralso einige dieser Pflanzen in Europa erhalten will, dermuß sie in einen Kübel voll Erde, nahe an dem Stammeines kräftigen americanischen Baumes pflanzen,der selbsteines Glashauses benöthiget ist , und viel Wasser vcr.tragen kann. Denn dieVanillen müssen imSonimer häu-fig begossen werden, -sonst wachsen sie nicht; auch wol«len sie unter Bäumen im Schatten stehen, so, daß wennman sie an den Fuß der Hcrnandia pflanzet , welchesehr breite Blätter hat, die guten Schatten geben, die«selben besser wachsen, als wann man stein einzelnenTö»pfen hinaussczet; zumahl auch jene einerley Grad vonWärme im Winter nöthig hat, so schicken sie sich garwohl zusammen. Will man diese Pflanze m den war.men Theilen von America fortpflanzen, so darf man nurdrey bis vier Knoten lange Reiser abschneiden, und sel-bige nahe an die Stämme von Bäumen, in tiefe sum-pfichte Oerter setzen, auch andere beschwerliche Pflan-zen davon abhalten; denn, laßt man diese zwischen denReisern wachsen, eheste genügsame Wurzel haben, soüberlaufen und ersticken sie dieselben; wenn sie «herein-mal Wurzel geschlagen, und ihre Ranken an denStammender Bäume festsizcn, so ist nicht zu befürch-ten,