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5 (1831) Geschichte der Erd-Oberfläche / von Johann Gottfried Sommer
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230
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unter der Erd-Oberfläche gefundenen, menschlichen Kunst-erzeugnisse betrifft: so kann dieses allerdings bei manchenmehre Jahrtausende betragen; bei andern dagegen dürftees sich nur auf wenige Jahrhunderte belaufen. Wirwerden weiter unten sehen, daß die Oberfläche des trock-nen Landes auch nach der letzten großen Fluth noch anderetheilweise Veränderungen, sowohl durch Ueberschwem-mungen als durch vulkanische Ausbrüche und Erdbebenerlitten hat. Dergleichen Veränderungen haben sich selbstin spätern Jahrhunderten zugetragen und ereignen sichauch wohl jetzt noch *). Dabei ist die Fortdauer derruhig und langsam im Schooße der Erde vor sich gehendenchemischen Bildungen, aus welche wir schon weiter obenmehrmals aufmerksam gemacht haben, nicht zu übersehen.Noch immer erzeugen sich an dazu geeigneten Stellen,Kalktuff, Feuerstein, Tropfstein, selbst Sandstein undFlötzkalk. Im Jahre 1732 grub ein Bauer zu Seppen-rode im Harzgebirge in seinem Garten einen Feuersteinaus, der auch nicht die kleinste Spur einer erlittenenBeschädigung zeigte. Als man ihn aber zerschlug, sielen19 oder 20 kleine bischöflich - münstersche Silbermünzenheraus, von denen die ältesten erst aus dem röten Jahr-hunderte waren. Nach dem Abdruck in der Feuerstein-Masse zu urtheilen« waren sie in eine Rolle zusammen-gewickelt, und diese mit einem Faden zugebunden gewesen**).

*) Man sehe den Uten Band dieses Werkes, S. 831 u. ff. (derneuen Auflage), 361 (ebend.) und den III., S. 32 u. ff. 357u. ff. (der neuen Auflage.)

**) B. Lrebra-s Mineralien-Kabinet rc. Klausthal,1795, S. 64; der Krüger, a. a. O. S. 941.