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5 (1831) Geschichte der Erd-Oberfläche / von Johann Gottfried Sommer
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239
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sie sich jetzt befinden, geführt und hier durch ein, theilsthoniges, theils kalkiges, Bindemittel zusammengekittetworden sind. Aus der Beschaffenheit dieses Bindemittelsgeht hervor, daß es später als jene Bruchstücke entstandenist. Nach der Bildung des Sandsteins zog sich das Wasserzurück, um nach Verfluß eines gewissen Zeitraumes vonneuem zu steigen. Bei dieser zweiten Ueberschwemmungsetzte es die Kalkflötze ab. Diese wurden nacheiniger Zeit wieder trocken gelegt, um später von neuemüberschwemmt und wieder mit Sandstein-Gebildenbedeckt zu werden, welche dann bei einer noch späternUeberschwemmung abermals mit Kalkstötzen bedeckt wur-den. Dieses Steigen und Fallen der Gewässer hatsich also mehre Male wiederholt, ist aber nicht an allenOrten des Erdbodens gleichförmig gewesen oder gleich-zeitig eingetreten, wie die vielen Unregelmäßigkeiten be-weisen, die man in einzelnen Gebirgen bemerkt. Diemeisten Flötzbildungen sind durch besondere Versteinerun-gen kenntlich, welche darin vorkommen, so daß sich danachauch in zweifelhaften Fällen ihr verhältnißmäßiges (rela-tives) Alter bestimmen läßt.

Ein sehr merkwürdiges Beispiel von Aufeinander-folge der Flötzgebirge, welche übrigens nur erst an einigenPunkten des Erdbodens mit Vollständigkeit erforscht wordensind, bietet England dar. Nach den Untersuchungendes Berg-Ingenieurs William Smith ist diesesLand regelmäßig in Flötze abgetheilt, deren Ablagerungs--Ordnung sich nie umkehrt, und die von solcher Gleich-förmigkeit sind, daß man genau ähnliche Fossilien in