346
reiche haben. Die chemischen Bestandtheile der Pflanzensowohl als der Steinkohlen sind Kohlenstoff, Wasse ro-st off und bisweilen ein wenig Stickstoff. DasBitumen, oder die öligen und harzigen Stoffe derSteinkohlen, lassen sich unmöglich aus dem Mineralreicheherleiten. Die Pechkohle, welche in Hinsicht ihrer Bestand-theile die größte Ähnlichkeit mit der Steinkohle hat, ent-steht noch heutiges Tages, gleichsam unter unsern Augen,aus Holz. Ueberdieß kommen, wie wir bei der Uebersichtder Versteinerungen gesehen haben, noch so viele unver-kennbare Ueberrcste von Pflanzen in dem Steinkohlen-Gebirge vor, daß sich der Ursprung der Steinkohlen ausdem Pflanzenreiche der Vorwelt gar nicht bezweifeln läßt.
Es entsteht nun aber die Frage: Sind die Stein-kohlen, ähnlich den Braunkohlen, durch umgestürzte oderverschüttete Wälder gebildet worden? Viele Natur-forscher haben diese Frage mit Ja beantwortet. Wer -ne r hat aus der großen Menge von Schwefelkiesen, welcheman in den Steinkohlen findet, und aus dem Schwefel-geruch, den sie beim Brennen ausdünsten, geschloffen,daß Schwefelsäure derjenige Stoff ^gewesen sei,welcher das Holz in Steinkohle verwandelt hat. DieseAnnahme scheint durch die Versuche des französischen Chemikers Hattchet bestätigt zu werden. Er hat ge-funden, daß die Schwefelsäure einen viel größern Theilvon Pflanzenstoff in Kohle zu verwandeln im Stande ist,als das Feuer. Er erhielt aus roo Theilen Sägespänevon Eichenholz, die er mit Schwefelsäure behandelte,4z Theile Kohlen, während er bei der Behandlung mit