Buch 
Nördliche Nebenzone der Alpen. Jura und Hügelland : mit Gebirgsdurchschnitten / von B. Studer
Entstehung
Seite
68
JPEG-Download
 

68

DIE ALPEN . NÖRDLICHE NEBENZONE.

see, aus schwarzem, meist dünn geschichtetem Spalangen-kalk und Schiefer, die von einer mächtigen Platte von Ru-distenkalk bedeckt werden. Ein ziemlicli reicher Fundortvon Neocomienpetrefacten ist durch die Meyrat, oberhalbMerligen , am Fusse des Niederhorns, und im Hinter-grund des Justitliales, am Sulzi, entdeckt worden. DieExemplare oberhalb Merligen sind ungewöhnlich klein, inSchwefelkies übergegangen, und gehören in der Mehrzahl sonstnicht häufig vorkommenden Cephalopodengeschlechtern an,wie Plychoceras , Toxoceras , Baculiles, Hamites (?). Aus-serdem fand sich Bel. bipartitus, Bel. dilatatus , Ammon,cryptoceras , Ammon, asperrimus , Aptychus Didayi.

Mächtig und verbreitet findet man die Bildung inUnterwalden, auf der gegenüberliegenden Seite desUrnersees, am Rofaien, und in der Grundlage derGebirge, welche den schönen Thalboden von Schwyz um-kränzen. Der Spatangenkalk erscheint, von Lauterbrun­ nen bis i\ach Glarus als die vorherrschende Formation desmittleren Theiles der Kalkzone.

In Glarus , wie in anderen Theilen der Schweiz ,fehlt die Bildung in der Hauptkette. Sie erscheint alshorizontale Decke des Glärnisch , dem Ilochgebirgskalkaufgelagert, und sinkt dann, nur durch das Klönthal ge-trennt, bei Näfels , zur Grundlage des Rautispitz undder beiden Ketten nieder, zwischen welchen der Wallenseeeingeschlossen ist.

Die Aufeinanderfolge der Formationen wird wieder ge-ordneter in den Kuhfirsten, deren dem See zugekehrteGrundlage aus Jurakalk, die höheren Gehänge aber ausNeocomien und jüngeren Bildungen bestehn. In der Gruppeder Appenzellergebirge wird die Verwicklung, durchvielfache Brüche, Verwerfungen und Quetschungen so arg,dass es nur dem genauesten Detailstudium, unterstüzt vonReliefdarstellungen, vielleicht gelingen wird, die Structurzu vollkommener Klarheit zu bringen.

In Vorarlberg setzen die Kreidebildungen in einerbreiten Zone, die sich von Feldkirch bis Dornbirn erstreckt, gegen das Illerthal fort, wo sie im Schwar-zenberg, südlich von Meiseistein sich auszukeilen, odernur in vereinzelten, zersprengten Partie'n auf das rechte