Buch 
Nördliche Nebenzone der Alpen. Jura und Hügelland : mit Gebirgsdurchschnitten / von B. Studer
Entstehung
Seite
304
JPEG-Download
 

304

DER JURA.

es heisst, die grosse Pteroceras pelagi sei hier vorgekom-men; wohl aber in den an der Strasse anstehenden Kreide-bildungen.

Durch das einförmige Längenthal der Seen von Roussesund Joux, mit ausgedehnten Torfmooren im Thalboden,die Ketten des Noirmont, 1560 m -, und M. Tendre,1680-, auf der rechten, des Kisoux, 1423 m -, aufder linken Seite, bis oben mit dunklem Tannwald bekleidet,gelangt man nach Au Pont, 1009 über welchem sichdie, ihrer Fernsicht wegen berühmte Dent de Vaulion,1488 erhebt. An ihrem Westabfall geht, in dem durchPressung und Einsturz unkenntlich gewordenen Circus, Ox-fordlhon und Cornbrash zu Tage, ln der Nähe des Dorfesder Charbonnieres, wahrscheinlich in dem die Thalwändebegleitenden unteren Neocomien, wurden früher Eisenerzegegraben.

Ein jäher Absturz, an welchem die in Fels gesprengteStrasse sich hinabwindet, führt von den Rousses in den engeumschlossenen Thalgrund des gewerbreichen, städtisch auf-blühenden Morez, 693 Reiche Obst- und Gartenculturzeugen von dem milderen Klima; zwischen den umliegen-den rauhen Hochflächen liegt der Ort wie eine Oase in derWüste. Die Strasse durchschneidet, zwischen den Roussesund Morez , die Kette des Risoux , und es tritt unterdem hellgrauen, oder gelben oberen Jurakalk, sowohl Ox-ford, als älterer Oolith hervor, aber unklar, mit häufigveränderter Fallrichtung, beinah leer an organischen Ueber-resten. Auf beiden Seiten von Morez stehn die Kalkbänkebeinah vertical, mit geringer Neigung gegen SO, nackt ausdem Thalgrunde bis auf die obersten Höhen steigend. Esscheint älterer Oolith, der sich von Morez tief nach Belle-Fontaine hineinzieht. Das Längenthal zwischen demRisoux , 1423 und der westlicheren Kette der Pres-Hauts, 1251 m , ist eine enge Kluft, so dass die Strassevon Morez nach S. Claude, hoch über der Bienne, eineGebirgsterrasse benutzen musste. Eben so steil, wie vonden Rousses abwärts, steigt die Strasse, in langen Win-dungen ein geringeres Gefäll suchend, von Morez auf-wärts nach Morbier, 825 m -. Die Steinart ist weisserjüngerer Jurakalk, bis in das Hochthal von Morbier, wo