2 Einleitung
Einlei« die Kehle, die Eingeweide, sind alle nach dem Fut-
tung.. ter beschaffen. Die Haut, die äußere Bedeckungenund die Haare sind nach dem Clima eingerichtet.Das Verhältniß der Glieder, die Länge der Ge-lenke, die Stärke der Muskeln und ähnliche Umstän-de, haben ihre Absicht auf den Zweck und denDienst, wozu jedes Thier bestimmt ist, und wennauch dem einen etwas genommen ist, so hat dochder weise Schöpfer auf eine andere Art den Man-gel ersetzt. Die Seehunde zum Exempel solltenschwimmen und nicht gehen, sie haben daher kurzeFloßfüsse bekommen; die Ottern sollten sich auchunter dem Wasser aufhalten, sie haben dahcro diebekannte ovale Ordnung, um der Luft enlrathen zukönnen; die Eichhörnchen sollten steigen und sprin-gen, sie haben dahcro Schlüsselbeine und einen we-delnden Schwanz; die Fledermäuse sollten fliegen,ihre Füsse sind daher mit einer Flugelhaut verwach-sen, und so weiter. Aue welchem allen sattsamerhellet, mit welcher erhabenen Absicht ein jedesGeschöpfe, wie fremd auch seine Gestalt undBildung seyn mögte, hervorgebracht ist. Wirwerden von der Gewißheit dieses Satzes noch mehrüberführet werden, wenn wir unser Auge auf dasgrosse Luftheer der Vogel richten, deren Beschrei-bung wir uns in diesem Theile vorgenommenhaben.
Bau der Es sind nämlich die Vögel von der Vorsehung
Vogel, mehrenthcils dazu bestimmt, daß sie die Einwohnerder obern Luft seyn sollten, gleichwie die Landthieredie Bewohner der Erde, und die Fische die Ein-wohner des Wassers sind. Es mußten also die Vö-gel eine Bildung erhalten, welche dieser Absichtgemäß war, so wie auch die Körper jener Thiere !vollkommen mit der Art ihres Zweckes übereinstim-men. Sie haben dieser Ursache halben statt der Haa-re weiche Federn, welche den Körper für der Kälte