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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
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in die Geschichte der Vögel. 7

diese Rohrschiefechäutchen sind statt der Lippen, dieman in die Mündung eines Waldhorns hinein ste-cken muß, wenn man blasen will. Es schreyen alsodie Kraniche im eigentlichen Verstände aus demBauchc,welches bey andern Thieren, oder auch bey den Men-schen gar nicht angehet. Obgleich das von denMenschen so genannte aus dem tauche reden be-kannt ist, so ist dieses doch nichts anders, als einfalscher Kunstgriff, eine, durch die Kehle nur alleinhervorgebrachte Stimme, sogleich wieder zu dämpfen,daß es scheinet, als ob sie aus der Tiefe des Bauchshervorgebracht würde. Es lässet sich aus diesem Bander Vögel die Verschiedenheit der Töne, als dasSchreyen, Glucken, Kirren, Pfeifen, Quacken,ja auch der bestimmte Ton des Guckgucks, Kicbirse,der Elster und Raben gar wohl erklären.

Bey denjenigen Vögeln, welche sogar Worteauösprechen und reden lernen, nimmt man gleich-falls verschiedene besondere Umstände in der Bildungdieser Theile wahr. In dem Papagay bestehet derobere Theil der Luftröhre aus verschiedenen knörpe-lichten Beinchen, welche die Ruhepuncte verschiede-ner Bewegungen sind, die durch viele Paare derMuskeln erreget werden, und auf mancherley Artdurch die Verengerungen oder Erweiterungen derLuftspaltc gewisse Töne verursachen, welche mildermenschlichen Stimme einigermassen überein kommen.Die Knörpclringe der Luftröhre sind hinten und vor-ne Wechselsweise breiter und schmählcr und ovalrund,statt daß selbige sonst zirkclrnnd zu seyn pflegen.Da wo sich die Luftröhre in Aeste abtheilet, findetman einen Knörpel, der aus dreyen Stücken bcste-thct. Das obere davon hat die Gestalt eines hoh-len Kegels, und an dem untern Theil befinden sichFortsätze, die sich in gewisse Spitzen endigen, wel-che den Schreibfedcrn nicht ungleich sind. ZwischenA 4 die

Einlei-

tung.