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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
Entstehung
Seite
65
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42. Geschlecht. Der Falke. 6 ;

5. Goldadler. IHIco LktvisetOS. 8

Golrarl

Dieser nämliche Adler, der seiner Farben we- ber-gen Lkr^lTcos oder Goldadler heißt, wird auchsonst gemeiniglich der Greincrdlrr genennet, da ersich immer auf hohen Felsen aufhält, und daselbst XX . Illnistet. Wegen seines schönen Glanzes thun ihm ÜZ-2.auch etliche die Ehre an , daß sie ihn den köni-glichen Adler nennen, XXVIll r.

Das Nascnwachs ist gelb. Die Füße sind mitbraunen rostfärbigen wolligtcn Federn besetzt. DerKörper ist ebenfalls braun und rostfarbig gesteckt,oder bunt. Der Schwanz ist schwarz mit aschgrauenWellen. Er ist drey Schuh lang und kommt inder Schweiß häufig, in Deutschland aber nur hinund wieder vor. Wenn er noch jung ist, so ist dieFarbe schön und glänzet wie Gold; im Alter aberwird er kastanienbraun. Das Weibchen legt vierEyer, und sie schleppen den Jungen eine unglaub-liche Menge Futter zu, indem sie auf die Lämmer,

Hasen, Ziegen, Fasanen, Hühner und allerley Wildausgehen. Diesen Umstand wissen sich die Jägerund Hirten, wenn sie ein solches Nest entdecken,wohl zu Nutze zu machen; denn wenn die Alten wie-der weggeflogen sind, bekleckern sie das Nest undnehmen den guten frischen Raub, als zum Exempelein frisch eingebrachtes Lamm, Huhn, oder derglei-chen weg, wodurch sie täglich so viel zusammen brin-gen, daß sie ein ganzes Hausgesinde damit ernäh-ren können; denn so lange die Alten sehen,daß ihre Jungen Mangel haben, so lange schleppensie herbey. Wenn nun die Jungen anfangen wol-len, zu fliegen, so machen die Jäger selbige durchfeine Ketten an das Nest fest, und erhalten hier-durch die Alten noch einige Zeit in ihrerBeschäftigung,wenn sie aber endlich damit aufhören,so tragen alsdenndie Jäger diese Jungen mit sich nach Hause.

H. Theil. E 6. Der