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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
Entstehung
Seite
66
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6 .

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Adler.

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Adler.

66 Zweyte Cl. i.Ordn« Habichte.

6. Der gemeine Adler, kslco kuivu8.

Dieser Vogel ist der der Alten, da«

her wir ihn auch den gemeinen Adler nennen.

Die Linneiscye Benennung aber ist von der braun-gelben Farbe der Federn hergenommen.

Das Nascnwachs ist gelb. Die Füße sind mitbraunen rostfarbigen wolligrcn Federn besetzt. DerRucken ist braun, und der Schwan; hat eine wcisisc Binde. Die größten Schwingfcdern sind wch-rcnthcils schwarz. Zwischen der Sclmabclspalte >.ndden Augen befindet sich ein kahler Flecken. DasVaterland von ihnen ist Europa.

Im Jahr i668. wurde im Walde bey demFluße Derwent in Engelland ein Nest von die-sem Adler gefunden. Dasselbe bestand aus Stecken joder ziemlich dicken Aesten und Zweigen von Väu- imcn. Es ruhcte mit dem einen Ende auf der Eckeeines Felsens und mit dem andern auf zweyen Bir-kcnbaumcn. Ueber diese Grundlage von Aesten undZweigen waren Binsen ausgebreitet, welche wieder-um mit Heidekraut bedeckt waren, über welchem sichabermals eine Lage Binsen befand. In diesem Ne-ste fand man einen jungen Adler, nebst einem Wind-ey ; sodann ein geraubtes Lamm, einen Hasen, unddrey Küchlein von Feldhühnern. Das Nest warviercckigt, ohne Vertiefung, und zwey Ellen breit.Das Junge war bereits erwachsen, und zum Flie-gen geschickt, sahe einem Sperber oder Taubenfalkenähnlich, hatte einen braunen Rücken, und war sogroß wie eine Gans. Die Füße waren bis an dieFinger mit Federn besetzt, und der Schwanz hatteeinen weißen Ring.

Eine ähnliche Art Adler, welche aber grau ge-steckt ist, wird in Torwegen gefunden, und da-selbst 8Iög - Oern, oder auch Bergadler genannt. ,

Die-