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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
Entstehung
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405
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7. Geschlecht. Strandläufer. 425

Man kann ihn mit Recht Rampfhahn nen-nen, weil er in Neigung und Hitze zum Gefecht allebekannte Vogel übertrift. Wenn man nur einigeMännchen in einen Korb zusammen setzt, so fangensie augenblicklich an, alle miteinander dergestalt hitzigzu fechten, bis sie einer nach dem andern ums Lebenkommen, und nur ein einziger übrig bleibt.

Man siehet diese traurige Lustbarkeit gar oftin den wäsicrichten Gegenden, wo sie sich aufhal-ten , auf dem freyen Felde, da, wenn sich zweyMännchen erwischen, die Hitze beyder Vogel ssgroßist, daß sie nicht einmal den Jäger sehen, der mitBequemlichkeit auf sie zugehet, und ihnen ein Netzüber den Kopf wirft.

Es wird nicht viel helfen , die Farben diesesVogels zu beschreiben, denn man findet kaum zwey,die einander in Farbe und Zeichnung gleich waren;das Vorzüglichste aber, woran man diesen Vogelkennen kann, ist der Kreiß mit langen Federn, wcl«chen sie um den Hals haben, und den sie, wennsie böse werden, aufrichten, so daß er ihn wie eingroßer Kragen umgicbct. In demselben machen sieallerhand poßirliche Gestalten, und das ist die Ursa»che, warum Aldrovand so viele Arten angicbt, daes doch immer der nämliche Vogel ist. Inzwischenbeschreibt der Wirrer den Vogel folgender Gestalt:der Schnabel und die Füße sind roth, die dreyScitenfedern des Schwanzes haben keine Flecken,sonst ist die Farbe des Körpers aschgrau, und aufallerhand Art mit weiß und schwarz mclirt. Siesind nicht so groß als eine Taube, haben sehr langeFüße, wie die Schnepfen, und das Gesicht ist vor-«eher mit flei schichten rothen Drüsen besetzt, l ab.XXIII. 7.

Dieser Vogel gehöret unter die Zugvogel, undfindet sich zu seiner Zeit in Menge in Frießland

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