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2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
Entstehung
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503
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IO 4 . Geschlecht. Tauben. ZOZ12. Die Posttaube. LolumkLlLbeHLris.

Gerad«

In den Geschichten liefet man viel von diesen schwän»Tauben, daß sie Briefe bestellen. Sie sind nämlich °'geschwinde, und im Fluge unermüdet. Wenn mansie also an zwey entlegene Oerter gewöhnet, und raube,füttert, so stiegen sie beständig hin und her. Man lade!»kann ihnen sodann Briefe und Billets anhängen, die l»ru.sie in einem Fluge nach dem andern Orte hinbringen,wo man auf sie wartet, ihnen in ihrem Tauben,schlage das Billet abnimmt, und sie mit einer Ant-Wort nach dem vorigen Orte hinschicket, wo diejeni«gen, welche ihre Rückkunft erwarten, ihnen dieAntwort abnehmen, wodurch dann zwey solche Oer,ter, auf die allergcschwindeste und zugleich verbot,genste Art Nachricht von einander haben können.

Der Körper ist dunkelblau oder schwärzlicht.

Die Augen stehen in einer kahlen warzigten, weißenund mchlichten Haut, die Nasenlöcher sind mit ei,nem dicken Fell gedeckt, welches sich bis über dieHälfte des Schnabels ausbreitet. Der Schnabelselbst hat eine mittelmäßige Länge, und ist schwarz.

Das Vaterland ist vermuthlich der (Orient, Da*

Mastus und das gelobte Land^

Man hat auch in Engelland eine Art Tau»ben, welche durch die Vermcnqung der Rropfer4. mit dieser Posttaube entstanden sind, undenglisch: IlorlemLN, das ist: leichte

Reucer; französisch: Oavalier-; la-teinisch: Lguites gencnnct, auch wohl zum Brief,tragen abgerichtet werden. Wenigstens ist es sicher,daß man alle vorcrwehnte Tauben in Europa,bey den Liebhabern, auf den zahmen Taubenschla-gen unter den Lust, und StaatStaubm ziehet undheget.

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iz. Die