Buch 
2 (1777) Von den Bäumen / Carl von Linné
Entstehung
Seite
93
JPEG-Download
 

147- Gatt. Flaschenbaum. Annona. 93

tu quer liegenden Pyramiden zusammengesetzt zu seyn, Fla,deren Spitzen von dem Umfang gegen dein Mittel- schen-piinkte zusammenlaufen, welche aber bey der reifen bäum. Frucht wegen der Weiche ihres Fleisches fast nicht mehrkennbar sind ; und in jeder solchen Pyramide stecktein einziger Saaine. Der Fruchtbodcn lauft als einFortsatz des Fruchtstiels auf eine beträchtliche Länge indie Substanz der Frucht hinein ; und man erkennetdaran, daß die Frucht reif ist, wann sich dieserStiel gerne aus ihrem Fleisch herausziehen lässet.

Man erwartet aber selten die völlige Reife, son-dern bricht die unreifen Früchte ab, und lasset sie einige Läge lang liegen, bis sie nach und nachvollends weich werden; denn sonstcn würden sie we-gen ihrer Schwere, und wegen ihrer mürben Rindeund.weichen Fleisch , wenn sie bey vollkommenerReife selber vom.'Baum fielen, gänzlich in einemBrey zerplatzen, mid also zu Grunde gehen. DieseFrüchte werden bey Tische aufgestellt, und sind in ei- ner ziemlichen Achtung; da man sie wegen ihrerWeiche nicht mit dem Messer schälen kann, so zer- bricht man sie nur init der Hand, und nimmt daüFleisch mit einem Löffel, oder saugt es auch mit demMunde heraus; die Rinde davon aber wirft man weg,

denn sie hat etwas unangenehmes und gleichsam ter»binthinartiges bey sich. Den Kranken, so eine Ab- kühlung bcdörfcn, werden diese Früchte von den Ein- wohnern sehr . empfohlen; den neu ankommenden Eu-ropaern aber wollen sie anfänglich nicht recht schme- cken. Wenn sie reif sind, so muß man sie gleich essen, weil sie sich alsdenn nicht inehr lange haltenlassen. Einige machen aus den unreifen Früchten einen Wein, welcher helle und ohne Farbe ist, und wider den Krebs, den die Kinder im Munde haben,gerühmt wird ; andere kochen aus denselben mit Wasi ser und Zucker eine Speise, die nicht übel schmeck«.Man sagt, daß ein solcher Baum, wenn er aus dem

Saa-