Kapitel I.
133
als sie sieh für entfernter davon hallen,, als sie wirklichsind, wenn sie selbige bey hellem Wetter nicht in Entfernun-gen erblicken, in denen sie schon unter ziemlich gro-fsen Winkeln erscheinen sollten. Die Beschaffenheit derAtmosphäre hat auf eine besondere Art auf die Sichtbar-keit entfernter Gegenstände Einflufs. Man- kann- im All-gemeinen annehmen, dafs der Pic von Teneriffa ziemlichselten auf grofse Entfernungen hin gesehen wird, wennin den Monaten Julius und August das Wetter warm undtrocken ist, und dafs man ihn im‘ Gegentheil in den Mo-naten Januar und Februar in aufserordentlichen Fernensieht, wenn der Himmel leicht bedeckt ist, und unmit-telbar nach einem reichlichen Regen, oder wenige Stun-den vorher. Die Durchsichtigkeit der Luft scheint sichwie wir schon oben bemerkt haben, aufserordentlich zuvermehren, wenn eine gewisse Menge Wasser gleichför-mig in den Atmosphären verbreitet ist. Äufserdem darfman sich nicht darüber wundern, dafs der Pic Teydeseltener in grofser Entfernung sichtbar ist, als die Spit-zen der Anden, die ich Gelegenheit hatte, so lange zubeobachten. Dieser Pic, der einp geringere Höhe hat,als die Theil'e des Atlas, an deren Abhang die StadtMarocco liegt, ist nicht, wie diese *), mit ewigem Schneebedeckt. Der Piton oder Pain de Sucre, mit dem derPic endigt, wirft ohne Zweifel viel Licht zurück, we-gen der weifsen Farbe des Bimsteins, der durch denKrater ausgeworfen wird; aber die Höhe dieses kleinenabgestumpften Kegels bildet nur den 22sten Theil derganzen Höhe. Die Seiten des Vulkans sind entweder mitBlöcken schwarzer upd verschlackter Lava bedeckt, odermit einer kräftigen Vegetation, deren Massen um so we-