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Kapitel II.
Die Erfahrung hat die Reisenden belehrt, dafs dieSpitzen sehr hoher Berge selten eine so schöne Aussicht,so mannichfaltige mahlerische Wirkungen darbieten, alsdie Bergspitzen, deren Höhe die des Vesuvs, des Rigi und des Puy-de-Dome nicht übersteigt. Colossale Berge,wie der Chimborazo , der Antisana oder der Mont-Rosahaben eine so bedeutende Masse, dafs die Ebenen, welchemit einer reichen Vegetation bedeckt sind, nur in einergrofsen Entfernung gesehen werden, und dafs ein bläu-licher Duft gleichförmig über dio;|Landschaft verbreitetist. Der Pic von Teneriffa vereinigt durch seine schlan-ke Gestalt und durch seine lokale Lage die Vortheile, wel-che weniger hohe Bergspitzen haben, mit denen, welchevon einer sehr grofsen Höhe entspringen. Nicht nurentdeckt man an seinem Gipfel einen ungeheuren Hori-zont von Meer, der sich über die höchsten Berge derbenachbarten Inseln erhebt, sondern man sieht auch dieWälder von Teneriffa und den bewohnten Theil der Rü-sten in derjenigen Nähe, welche geeignet ist, die schön-sten Contraste von Form und von Farbe hervorzubrin-gen. Man könnte sagen, der Vulkan erdrücke mit sei-ner Masse die kleine Insel, welche ihm zur Grundlagedient; er schwingt sich aus dem Schofs der Gewässer zueiner Höhe, die dreymal gröfser ist, als die, in welcherim Sommer die Wolken schweben. Wenn sein Rrater,welcher seit Jahrhunderten halb erloschen ist, Feuerbü-scliel ausströmte , wie der von Stromboli auf den äoli-schen Inseln, so würde der Pic vpn Teneriffa, einemLeuchthurm ähnlich, dem Schifffahrer in einem Umfangvon mehr als z6o Meilen zur Richtung dienen.
Als wir auf dem äufsern Rand des Rraters safsen,richteten wir unsern Blick nach Nord-West, wo die Rü-sten mit Dörfern und Weilern geziert sind. Zu unsernFüfsen gaben Haufen von Dünsten, die beständig von der»