Band 
Erster Theil.
Seite
357
JPEG-Download
 

357

Kapitel III.

Oceans herrschende Kälte gemilchten Beobachtungen wie-derholt hat, versichert, „dafs überall auf der offenen Seedas Meer Mittags kälter, und in der Nacht wärmer sey,als die umgebende Luft/ C Diese Behauptung bedarf vio-ler Einschränkung; ich weifs nicht, ob sie für 44 und 49Grade südlicher Breite genau ist, wo dieser eifrige Na-turforscher seine meisten thermometrischen Beobachtun-gen gemacht zu haben scheint; aber zwischen den Wen-dekreisen, wo die Luft auf offener See kaum 2 0 oder 3 °um Mitternacht kälter ist, als zwey Stunden nach derCulmination der Sonne, fand ich zwischen Tag und Nachtnie die geringste Veränderung in der Temperatur desOceans. Dieser Unterschied wird nur während einer Wind-stille merkbar, während welcher die Oberfläche des Was-sers eine gröfsere Masse von Strahlen verschluckt; aberwir haben bereits gesagt, dafs die bey, diesem Zustand desOceans gemachten thermometrischen Beobachtungen sieb| nur auf eine locale Erscheinung beziehen , und ganz aus-geschlossen werden müssen, wenn von einem Problem derallgemeinen Physik die Rede ist.

Die in den vorhergehenden Tabellen gesammeltenBeobachtungen wurden alle unter den nämlichen Paralle-len, aber bey sehr verschiednen Längen und Jahreszeiten,angestellt. Bey den Reisen nach den magellanischen Län-dern und nach Batavia wurde das Maximum der Tempe-ratur viel weiter nördlich gefunden, als wie bey allen an-dern Reisen, was merklichen Einflufs auf die Wärme desMeers nördlich von dem Wendekreis des Krebses gehabthat. Das Maximum war, nach den Journalen von Chur -ruca und Rodmann , im October, in 6° nördlicher Brei-te; nach Hrn. Quevedo um März in 2°2' südlicher; undnach dem Doctor P'errins im April in o° 1 5 ' nördlicherBreite. Ich fand es im März, östlich von den InselnGalapagos , in 2 0 27' nördlicher Breite. Es ist wahr-