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Kapitel IV.
Alles scheint bey den Erdbeben die Wirkung elasti-scher Dünste anzuzeigen, die einen Ausgang suchen, umsich in die Atmosphäre zu verbreiten. Oft theilt sich anden Küsten der Südsee diese Wirkung fast in einem Au-genblick von Chili bis in den Meerbiiseh von Guayaquil mit, auf eine Länge von 600 Meilen; und was sehrmerkwürdig ist, die Stüfse scheinen um so heftiger, jeentfernter das Land von den thätigen Vulkanen ist. DieGranitberge von Calabrien , die Kalkkette der Apenninen,die Grafschaft Pignerol, die Küsten Portugalls und Grie-chenlands, di? von Peru und dem festen Lande Ameri-cas geben auffallende Beweise dieser Behauptung. *) Manmöchte sagen, die Erde werde um so heftiger erschüt-tert, je weniger Luftlöcher die Oberfläche des Bodenshat, die mit den Höhlen des Innern in Verbindung ste-hen. ln Neapel und in Messina, am Fufs des Cotopaxi und des Tunguragua fürchtet man die Erdbeben nur solange, bis die Dämpfe und Flammen aus der Mündungdes Vulkans hervorgegangen sind. In dem KönigreichQuito gab selbst die Katastrophe von Riobamba, von derwir weiter oben gesprochen haben, bey mehrern un-terrichteten Personen dem Gedanken den Ursprung, dafsdies unglückliche Land seltner zerrüttet werden würde,wenn das unterirdische Feuer dahin gelangte, die Por-phyrkuppel des Chimborazo zu zertrümmern, und wenndieser kolossale Berg ein brennender Vulkan würde. Zuallen Zeiten haben analoge Thatsachen zu denselben Hy-pothesen geführt. Die Griechen, die, gleich uns, dieErschütterungen des Erdbodens der Spannung elastischerFlüssigkeiten zuschrieben, führten zu Gunsten ihrer Mei-nung das völlige Aufhören der Erdbeben auf der Insel
’> Fleuriau da Bellevue, Journ. dtPhysique, T. LXII, p. sßi.