Band 
Erster Theil.
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Kapitel V.

mehr gewöhnt an die brennende Hitze des Clima’s als dereuropäischeReisende, beklagt sich mehr, weil er durch keinInteresse gereizt wird. Das Geld ist ohne Reiz für ihn; undwenn er sich einen Augenblick durch die Idee der Gewinnsverführen liefs, reut ihn sein Entschlufs, sobald er auf demWeg ist. Der nämliche Indianer, der sich beklagt, wennman ihn bey einem botanischen Spaziergang mit einerSchachtel belastet, die mit Pflanzen angefüllt ist, treibt einenKahn gegen den reifsendsten Strom, indem er vierzehnoder fünfzehn Stunden fortrudert, weil er zu seiner Fami-lie zurückzukehren wünscht. Uin richtig über die Mus-kelstärke der Völker zu urtheilen, mufs man sie unterUmständen beobachten, wo ihre Handlungen durch einengleich energischen Willen bestimmt werden.

Wir untersuchten in der Nähe die Ruinen des Schlos-ses Santiago *), deren Construktion wegen ihrer aufser-ordsntlichen Festigkeit merkwürdig ist. Die Mauern vongehauenen Steinen haben fünf Fufs Dicke; es ist gelungen,sie einzuwerfen, indem man Minen springen liefs: manfindet nach Westen von sieben bis achthundert Fufs imQuadrat, die kaum Sprünge bekommen haben. UnserFührer zeigte uns eine Cisterne (el aljibe) die dreyfsigFufs Tiefe hat, und die, obgleich ziemlich beschädigt,den Einwohnern der Halbinsel Araya Wasser liefert. DieseCi'terne wurde im Jahr i68t von dem Gouverneur DonJuan de Padilla Gnardiola beendigt, den nämlichen, derin Cumana das kleine Fort Sainte-Marie baute. **) Da

*) Auf der Cliarte, welche die Geschichte Americas von Robertsonbegleitet, findet man den Namen dieses Schlosses mit dem vonNueoa Cordoba verwechselt. Wir haben bereits weiter obenS. 5i8 bemerkt, dafs diese letztere Benennung ehmals mit Cumanagleichbedeutend war. ( Herera . p. i4?

**) Castilo de Santa Maria oder Fi erLe de N. S. de la Caleza.Siehe weiter oben, S. 465. ( Caul n > p. 284 .)