Band 
Dritter Theil.
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Buch V.

Caracas verweilten, herrschte überall die Meinung, esseyen die östlichsten dieser Küstengegenden den zer-störenden Wirkungen der Erdbeben am meisten aus-gesetzt. Die Einwohner von Cumana . scheuten dasThal von Caracas um seines feuchten und wechselndenClimas, um seines neblicbten und melancholischen Him-mels willen. Die Bewohner dieses gemäfsigten Thaiessprachen von Cumana als von einer Stadt, in der manbeständig eine glühende Luft athmet, und deren Bodenheftigen periodischen Erschütterungen ausgesetzt ist.Der Verheerungen von Riohamha und anderer sehrhochgelegener Städte uneingedenk , und unbewufst,dafs die aus Glimmerschiefer gebildete Halbinsel Arayaden Bewegungen der Kalkküste von Cumana nicht fremdbleibt, glaubten auch wohlunterrichtete Personen, inder Bildung der Urfelsen von Caracas und in der hohenLage dieses Thaies Sicherheitsgründe zu finden. Kir-chenfeste, welche in Guayra und in der Hauptstadtselbst hey nächtlicher Weile begangen wurden *), er-innerten zwar daran, dafs die Provinz Venezuela vonZeit zu Zeit Erdbeben erlitten hätte; aber Gefahren,die nur selten wiederkehren, mögen auch nur geringeFurcht erregen. Im Jahr 1811 hat eine grausame Er-fahrung den Zauber der Theorien und des Volksglau-bens zerstört. Caracas , im Gebirge gelegen, drey Gradewestlich von Cumana, und fünf Grade westlich von demdurch die Vulcane der Caraiben-Eilande gehenden Me-ridian, erlitt heftigere Erschütterungen, als solche j®

. *) Zum Beispiel die nächtliche Procession vom 2istenOctober,welche zum' Cedächtnifs des grofsen Erdbebens veranstaltetward, das am gleichen Monatstag um ein Uhr nach Mitter-nacht im J. 1778 statt fand. Andere sehr heftige Erschüt-terungen waren die von 164t, 1703 und 1802.