Band 
Dritter Theil.
Seite
54
JPEG-Download
 

54

Buch V.

in nord-westlicher Richtung, so dafs sich das Wasserentweder ifn Innern des Bodens verliert, oder in reich-lichen Quellen, nicht auf der Süd-, sondern auf derNord-Seite der Küstenberge von INiguatar, Avila undMariara zu Tage kommt. Die südlich aufgerichteteLagerung der Gneifs- und Glimmerschiefer-Schichtenscheint mir grofsentlieils die ausnehmende Feuchtigkeitdes Küstenlandes zu erklären. Im Innern der Provinzlinden sich Gegenden von-zwey und drey Geviertmeilenim Umfang, die durchaus keine Quellen haben. DasZuckerrohr, der Indigo und der Kaffeebaum mögen nurda gedeihen, wo sich laufendes Wasser befindet, daswährend der grofsen Trockenheit zu künstlichen Bewäs-serungen gebraucht werden kann. Die ersten Golonistenhaben sehr unvorsichtig die Wälder ausgerottet. DieAusdünstung ist gar beträchtlich auf einem steinigtenBoden, der von Felsen umgeben wird, welche von allenSeiten Wärme zurückstrahlen. Die Küstenberge gleicheneiner Mauer, welche sich von Osten nach Westen, vomCap Codera gegen die Tucacas-Spitze ausdehnt; siehalten die feuchte Luft der Küsten, die unteren Schich-ten der Atmosphäre, welche unmittelbar über demMeerliegen und die gröfste Menge Wasser aufgelöst enthalten,vom Eindringen in die innere Landschaft ab. Es findensich nur wenige Oeffnungen und Schluchten, die, gleichderjenigen von Catia*j oder Tipe, ,/om Küstenland nachden hochgelegenen Längenthälern hinziehen. Kein gros-ses Flufsbelt und kein Busen öffnet sich dem Wasser desOceans, gestattet seinen Eintritt insLand, und machtdie Befeuchtung dieses letztem durch reichliche Aus-dünstung möglich. Zwischen dem 8ten und loten Brei-tegrad lassen viele Bäume im Jenner und Hornung ihr

") Th, II, Kap. 12. S. 391. Kap. i 3 S. 455 .