8 ?
Kapitel XX F.
und mein grofses Dollondsches Fernrohr mitgenommen,um bey der L.aguna chica , östlich vom Dorfe Mani-quarez, die Verfinsterung des ersten Jupiterabendes zubeobachten. Diefs Vorhaben gieng aber nicht in Erfül-lung, da widrige Winde unsere Ankunft vor Tagesan-bruch hinderten. Der Anblick des phosphorescirendenMeeres, durch das Spiel der kleinen!, unsere Piroge um-kreisenden Delphine verschönert, konnte einzig uns Er-satz der Zögerung gewähren. Wir durchfuhren noch-mals die Gewässer, wo im Gl'unJ des Meeres, aus demGlimmerschiefer Quellen von Erdöl hervorkommen,dessen Geruch sich weit umher verbreitet. Erinnert mansich, dafs mehr östlich, nahe bey Cariaco, heifse imGrund des Meeres sich öffnende Quellen **) ansehnlichgenug sind, um die Temperatur des Golfs auf seinerOberfläche zu ändern, so liegt wohl aufser Zweifel,dafs das Erdöl , durch eine Art von Destillation, ausungeheurer Tiefe und aus jenen Urgebirgen hervor-kömmt, unter welchen der Heerd aller vulcanischen Er-schütterungen zu suchen ist.
Die Laguna chica ist eine von senkrecht abgestuz-ten Bergen eingefafste Bucht, die mit dem Golf vonCariaco nur durch einen schmalen, 25 Klafter tiefen Ka-nal zusammenhängt. Man könnte glauben, sie sey,
a ) Th. i, S. 546. Das Erdöl der Inseln Caracas und dasje-nige von Buen Pastor, wovon früher die Rede war CTh. 3,S. t58; Th. ä, S. 45) kommen aus Secondar - Formatio-nen hervor. Liegt hierin nicht ein dirccter Beweis des Zu-sammenhangs der Spalten, die den Glimmerschiefer, den Kalk-stein und das überliegende Thongebirg durchdringen? Wiemir gesagt ward, befindet sich gleichfalls eine Quelle vonErdöl westwärts von Maniquarez. im Innern des Landes.
**) Th. t, S. 169.