Band 
Fünfter Theil.
Seite
308
JPEG-Download
 

5 o 8

B u c h IX.

\

weder im tödlichen America noch auf dem alten Festland irgendetwas, das ihnen ähnlich wäre. Vorzüglich merkwürdig erschei-nen die Rcgelmäfsigkeit der polygonischen und Kreisfiguren unddie kleinen, zu Deckung der Eingangsthore bestimmten Werke.Man weifs nicht, ob cs Einfassungen eigenthümlicher Grund-stücke oder Vertheidigungsmauern gegen feindliche Völker sindC vergl. oben , Th. 1 , S. 119), oder verschanzte Lager, wie imcentralen Asien . Die Sitte, durch Wälle (Circumvallationen) dieverschiedenen Quartiere einer Stadt abzusondern, ward auch imalten Tenochtitlan und in der peruvianischen Stadt Chimes ange-troflen, deren Ruinen ich zwischen Truxillo und den Küstendes Südmeers besichtigt habe. ( Bssai politiijne^ Tom. I, p. 191.)Die tnmnlas sind minder characteristische Bauwerke, und sie kön-nen Völkern, die in keinerley Verbindung zueinander stehen, an-gehören ; wirklich finden sich dieselben auch in grofser Menge,sowohl in beyden Amcrica’s, als im nördlichen Asien und imganzen östlichen Europa . Die Omawhaws am La Plalastromsollen, wie versichert wird, heutzutage noch solche aufführen.Durch die in den tumulns der vereinten Staaten vorfindlichenKopfschädel erhält man ein ziemlich sicheres Mittel für Ausmitt-lung des Unterschiedes zwischen dem Menschenstainme, der dieseHügel aufgeführt hatte, und dem Indianerstamme, welcher gegen-wärtig eben diese Gegenden bewohnt. Hr. Mittchill hält dafür,die Reingerippe der Höhlen von Kentucky und Tennesee „gehörenMalaycn an, die über den stillen Ozean an die Westküsten vonAmerica gelangt waren und durch die Vorfahren der jetzigen In-dianer von tartarischer (mongolischer?) Abkunft ausgerottet wur-den.“ Hinsichtlich auf die tumulas und die Fortificationen isteben dieser Gelehrte, so wie auch Hr. De Witt Clinton der Mey-nung, diese Denkmale seyen ein Werk scandinavischcr Völker,welche vom eilften bis zum vierzehnten Jahrhundert die Küstenvon Grönland , Terrc-Deuve oder Vinland, Drogeo und einenTheil vom nordamericanischen Festlande besucht haben, (P'ues desCordilleres , Tom. I, p. 85 .) Wäre diese Vermuthung begrün-det, so würden die in den tamulus gefundenen Schädel, derenHr. Atwater in Circlevillc eine grofse Menge beü/.t, weder deramericanischen Race, noch den tartarisch ■ mongolischen und ma-