K a p i t e l XX Fl. 5gi
Element dei’ positiven Geognosie einen Ausspruch zuwagen. In Leyden Halbkugeln bieten die coordinirtenSchichten von Steinsalz , von salzhaltigem 'Thon undvon Gyps die nämlichen Schwierigkeiten dar: überallstellen diese höchst unregelmäfsig geformten Massen Spu-ren großer Umwälzungen dar. Sie sind fast nirgendsmit unabhängigen Formationen bedeckt 5 und nachdemman auf dem europäischen Fesllande lange Zeit geglaubthat, es gehöre das Steinsalz ausschlicfslich dem Alpen-kalkstein und dem Uebcrgangs-Kalkstein an, so herrschtjezt viel allgemeiner noch dio, sey es auf analogischeFolgerungen, sey es auf veimuthete Schichlenverlänge-rung gegründete Meynung, der wahre Lagerort des Stein-salzes finde sich im bunten Sandstein (gres bigarre).Zuweilen scheint das Steinsalz vom bunten Sandstein zumMuschelkalk überzuneigen.
Ich habe zweymal die Halbinsel Araya besucht. Daserste Mal war ich geneigt den salzhaltigen Thon als demAgglomerat (offenbar tertiärer Formation) vom Barigonund vom Schlofsberge von Cumana untergeordnet zuhalten, weil ich, ein wenig nordwärts von diesemSchlofs, Bänke von verhärtetem Thon*) angelroflen hatte,die blättrigen und im Tertiär-Geb'irg eingeschlofsnen Gyps
e ) Siche Hleinschrod, in Leonh. Taschenb 1821, Th. 1,S. 148. Humboldt , essai geogn. p. 271. Hausmann , Jün-gers Flözgeb., S. 177. Vielleicht neigt sich das Steinsalzvom bunten Sandsteine gleichzeitig zum Alpcnkalkstein(Zcchstein) und zum Muschelkalk. Ein vortrefflicher Geo-gnost, Ilr. von Oeynhausen , reiht ihn zu den unternSchichten des Muschelkalks ( Horsten, Archiv, 1824, St. 8,S. 11). Siehe auch die Herren von Dechen, Oeynhausenund la Rothe in der Hertha , R. 1 , S. 27.
**) Nicht salzhaltig und ohne Erdharz?