Band 
Fünfter Theil.
Seite
600
JPEG-Download
 

6oo

Buch IX.

jüngsten Tertiär-Gebirgen Vorgehen, macht wahrschein-lich, dals die Erscheinung von Trapp - Felsarten auf derOberfläche des Bodens das Ergebriifs einer der jüngstenRevolutionen unsers Planeten ist, selbst da, wo der Aus-bruch der Spalten (Gänge) statt fand, die den Granit-Gneis oder von keinen Secondär - und Tertiär Formationenbedeckte Felsarten durchziehen.

Das kleine vulcanische Gebiet von Ortiz (Br. 9 0 28'— 9 0 360 bildet das vormalige Gestade des weiten Beekensder Llanos von Venezuela ; es besteht dasselbe an denStellen, die ich untersuchen konnte, nur aus zweyFels-arlen, dem Mandelstein nämlich und dein Klingstein(Th. 3 , S. 241 — 247). Der graulichtblaue und bla-sigte Mandelstein enthält gespaltene Kristallen von Augitund Zeolit. Er bildet Kugeln mit concentrischen Schich-ten, deren abgeplatteter Kern beynahe die Härte desBasaltes hat. Man nimmt darin weder Oliven noch Horn-blende wahr. Bevor er als unabhängige Felsart erscheintund sich zu kleinen kegelförmigen Hügeln erhebt, scheintder Mandelstein schichtenweise mit eben jenem Dioritzu wechseln, den wir oben mit dem gekohlten Schieferund dem Hornblende - Serpentinstein vereinbart sahen.Diese genauen Verbindungen von, dem Anschein nach, soverschiedenen Felsarten, die den Geognosten in Verle-genheit setzen können, verleihen den Umgebungen vonOrtiz ein grofses Interesse. Wenn die Massen von Dio-rit und Mandelslein, welche wir für Schichten halten,sehr mächtige Gänge sind, so darf man glauben, sieseyen gleichzeitig gebildet und emporgehoben worden.Wir kennen gegenwärtig zwey Mandelstein - Formationen ;die eine, viel gewöhnlichere, ist dem Basaltgebirge un-tergeordnet ; die andere, ungleich seltnere *), gehört

®) Man findet Beyspicle dieser leztern in Norwegen (Varde -