Band 
Sechster Theil.
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Kapitel XXVIII.

Sclaven ausnehmend gering, und, was sehr auffallend er-scheinen mufs, ein ,, auf Religionsscrupel “ gegründetesVorurtheil widersezte sich der Einbringung von Weibern,die in der Havannah überhaupt im Preis um ein Drittheilunter dem der männlichen Sclaven standen. *) Die Scla-ven waren zum Coelibate gezwungen unter dem Vorwändedadurch Sittenlosigkeit zu hindern. Die Jesuiten nurund die Bethlemiten-Mönche hatten diefs verderblicheVorurtheil aufgegeben, und sie allein nur duldeten Nege-rinnen in ihren Pflanzungen. Wenn die) übrigens sehrmangelhafte Zählung von 1775 bereits schon 15,562 weib-liche und 29,566 männliche Sclaven nachwies, so darfnicht vergessen werden, dafs diese Zählung die ganze In-sel befafste, und dafs aueh noch heutzutage die Zucker-pflanzungen nur den vierten Theil der Sclavenbevölke-rung beschäftigen. Seit dem Jahr 1795 fing .das Consu-lado der Havannah ernstlich an, sich mit dem Plane zu be-schäftigen, den Zuwachs der Sclavenbevölkerung von demwechselnden Schicksal des Sclavenhandels unabhängigerzu machen. Don Francisco Arango, welcher allzeit vieleEinsicht zu Tage gelegt hat, schlug vor, eine Taxe auf die-jenigen Pflanzungen zu legen, die unter ihren Sclavennicht ein Drittheil weibliche hätten. Eben so wollte ereine Gebühr von 6 Piastern auf jeden nach der Insel ge-brachten Neger legen, die Weiber dann aber (negras bo.zales) davon ausnehmen. Obgleich nun diese Vorschlägenicht angenommen wurden, indem die Colonialversamm-lungen Zwangsmafsnahmen immer von der Hand wiesen,so ward jedoch von dieser Zeit an der Wunsch zu Ver-mehrung der Ehen und für soi’gsamere Behandlung derSclavenkinder stets lebhafter , und eine königliche Cednle(vom 22. April 1804) empfahl diese Gegenstände „dem

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*) Dommentos, p. 34.