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Buch X.
das Gute bey Menschen, deren Absichten sonst wohlwol-lend und edel sind, und die über barbarische Einrichtun-gen seufzen, deren trauriges Erbtheil an sie überge-gangen ist. Mit den örtlichen Verhältnissen bekannt wis-sen sie. dafs, um eine wesentliche Veränderung des Scla-venstandes zu erhalten, um diese allmählig in den Genufsder Freylieit zu versetzen, nebst dem kräftigen Willender Ortsbehörden und der Mitwirkung reicher und auf-geklärter Bürger, ein umfassender Plan erforderlich ist,worin jegliche Störung, die eintreten könnte, und die Mittelihr zu begegnen, voraushin berechnet sind. Ohne einesolche gemeinsame und angestrengte Wirksamkeit wirddie Sclaverey mit ihrem Jammer und ihren Scheufslich-keiten wie in der alten Roma *) fortbestehen neben denfeinen Sitten, den gepriesenen Fortschritten der Auf-klärung und allem Zauber einer Ciyilisation, der sie zumschreienden Vorwurfe gereicht, und die von ihr ver-schlungen werden mufs, wenn die Zeit der Rache wirdeingetreten seyn. Die Civilisation oder eine andauerndeVerwilderung und Versunkenheit der Völker können dieGemüther nur auf eintretende Ereignisse vorbereiten;um aber grofse Veränderungen im bürgerlich geselligen
*) Die von der Gesittung Borns und Griechenlands herge-nommene Beweisführung zu Gunsten der Sclaverey- istauf den Antillencylanden sehr beliebt, und und es wirddieselbe oft auch mit allem Luxus philologischer Gelehr-samkeit ausgeschmückt. So ward zum Beyspiel in einervor der gesetzgebenden Versammlung von Jamaica gehal-tenen Bede im Jahre 1795 aus dem Beyspiele der in denKriegen von Pyrrhus und Hannibal gebrauchten Elephan-ten der Beweis abgeleitet, dafs nichts Tadelnswerthes dar-in liegen konnte, wenn von der Insel Cuba einhundertHunde und vierzig Jäger zum Behuf der Jagd auf Mar-ronneger eingebracht wurden. Brjan Edwards, Tom. I,p. 570.