Kapitel XXVIII.
255
schaffenheit der Felsen-Eylande, welche sich rings umdie Pinos-Insel erheben , mufste meine Aufmerksamkeitum so mehr erregen, als mir allzeit etwas schwer ge-fallen war, an jene Steinkorallen-Gebäude Polynesienszu glauben, die , wie behauptet wird, aus dem Meeres-grund bis zur Oberfläche des Wassers emporsteigen sol-len. Wahrscheinlicher däucht mir zu seyn, diese unge-heuren Massen hätten ein Yorgebirg oder ein vulcani-sches Gebirg zur Grundlage, dem sie in geringen Tie-fen aufliegen. Die zum Theil compacte und lithographi-sche, zum Theil blasigte Formation des Guinen-Kalk-steins *) war uns bis nach Batabano gefolgt; sie ist demjurassischen Kalkstein sehr analog; und dem ersten äu-fsern Anblick zufolge sollte man glauben, es bestehen dieCaymans- Inselchen aus eben dieser Felsart. Wenn dieBerge der Pinos-Insel, welche (wie die ersten Geschicht-schreiber der Eroberung sagen) zugleich pineta und pal-meta **) darbieten, auf 20 Seemeilen Entfernung sicht-bar sind ***), so mufs ihre Höhe über 500 Toisen be-tragen ; man versicherte mich , sie beständen gleichfallsaus einer dem Guines - Kalkstein völlig ähnlichen Fels-art. Diesen Thatsachen zufolge glaubte ich den nämli-chen (jurassischen) Kalkstein in den Jardinillos anzutref-fen; allein ich habe, bey Besichtigung der Cayen, die sichmeist alle 5 bis 6 Zoll über den Wasserspiegel erheben,nur ein fragmentarisches Gestein wahrgenommen, worineckige Madreporen - Stücke mittelst eines quarzigen San-des verkittet sind. Die Fragmente haben zuweilen einbis zwey Cubikfufs Umfang und die Quarzkörner ver-
*) Vergl. oben, Th. 6, S. 41.
**) Petr. Martjr, Dec. III, lib. 10, p. 68.
***) Dampier, Discourseof Winds, Brecx.es and Currents, 1699,Cap, VII, p. 85.