Band 
Sechster Theil.
Seite
277
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Kapitel XXVIII. 211

zen und den leuchtenden Scheiben, die sich zu jeder Seiteseines Bruststückes befinden, einen vermehrten Glanzzu geben. Das Volk sagt, mit einem sehr naiven Aus-drucke, diese mit Cocuyos gefüllten Kürbisflaschen seyenewig brennende Laternen. Es erlöschen dieselben in derThat nur durch Krankheit oder Tod der Insecten, diesich mittelst etwas Zuckerrohrs leicht ernähren lassen.Eine junge Frau erzählte uns in Trinidad de Cuba, siehabe auf einer langen und beschwerlichen Ueberfalu’lnach der Terra -Ferma die Phorphorescenz der Cocuyosjedesmal benuzt, wenn sie zur Nachtzeit ihrem Kind dieBrust reichte; der Schiffscapitän wollte nämlich, ausFurcht vor den Corsaren nicht gestatten, dafs ein ande-res Licht an Bord angezündet wurde.

Da die Brise in nordöstlicher Richtung immer stär-ker wehete, wollte man die Caymans -Gruppe vermeiden;die Strömung trieb uns jedoch nach diesen Eylanden hin.Wir segelten in der Richtung von S '/ 4 SO. und verlorennun das mit Palmbäumen bewachsene Gestade, die Hügel,welche die Stadt Trinidad decken, und die hohen Bergeder Insel Cuba aus den Augen. Es liegt etwas Feyerli-ches in dem Anblick eines Landes, das man verlälst, unddas sich allmählig unter den Horizont des Meeres nieder-senkt. Dieser Eindruck ward um so gewichtiger und ern-ster in einem Zeitpunct, wo St. Domingue als Mittelpunctgrofser politischer Stürme die übrigen Inseln in einenjener blutigen Kämpfe zu verwickeln schien, in denensich dem Menschen die Wildheit und Wulh seines Ge-schlechtes offenbaren. Diese Drohungen und Besorg-nisse sind glücklicherweise nicht in Erfüllung gegangen;der Sturm hat sich, da wo er seinen Ursprung nahm,auch wieder gelegt, und eine freye schwarze Bevölkerunghat, ohne den Frieden der benachbarten Antillen zu stö-ren, einige Fortschritte in Milderung der Sitten so wie