Die Lage der Inseln.
3
So wissen wir denn einerseits wenigstens annähernd aus welcher Tiefesich diese Inselgebirge vom Meeresgrund erheben, während andrerseits dasErgehniss der zahlreichen x in der Nähe der Küsten angestellten Peilungen,die auf den von der englischen Admiralität veröffentlichten Karten einge-tragen sind, Aufschluss' darüber ertheilt, wie die Bergformen unmittelbarunterhalb des Wasserspiegels gestaltet sind. Da nun aber diese Lotlmngenin ungemein grosser Zahl bis zu 100, in vielen Fällen bis zu 200, nur seltenbis zu 300 Faden und höchstens ausnahmsweise bis zu einer noch grossemTiefe ausgeführt sind, und daher auch die Bodenbeschaffenheit der unter-getauchten Bergmassen im Allgemeinen nur bis gegen 1000, selten bis 2000Fuss und nur ausnahmsweise noch tiefer herab erkennen lassen, so bleibtimmer bis zu dem vom Meeresgründe ansteigenden Fuss jener Gebirgsstöckeein beträchtlicher senkrechter Abstand übrig, dessen Gestaltung noch ge-heimnissvolles Dunkel umhüllt. Indessen kommen doch manche, dem Er-gebnis der zuletzt genannten Peilungen entlehnte, characteristische Zügeunserer Einbildungskraft zu Hülfe, wenn sie bemüht ist eine Vorstellung vonder Ausdehnung und Form der untersten Hälfte .der atlantischen Gebirgs-massen zu gewinnen. Wir dürfen uns dabei nicht allzustreng nur an dieVerhältnisse der liier ausführlich zu schildernden Gruppe halten, sondernmüssen, wie das bereits geschehen ist, auch Beobachtungen, die sich auf diebenachbarten Inselgruppen beziehen, insofern berücksichtigen, als sie für denvorliegenden Fall von Bedeutung sind.
Inseln, die nahe bei einander liegen, sind gewöhnlich in nicht bedeuten-der Tiefe durch einen untermeerischen Sattel verbunden und bilden einenzusammenhängenden Gebirgszug, von welchem nur die .Gipfel durch dasWasser gesondert erscheinen. So liegt in den Azoren zwischen den Inseln'b'-o und Fayal, die durch eine Meeresenge von nur 4 Minuten Breite ge-trennt sind, der tiefste Punkt der untermeerischen • Einsattelung nur etwa300 Fuss mi ter dem Meeresspiegel. Eine Hebung um nur 600 Fuss müsstedort einen Bergrücken von etwa 7 Minuten Breite trocken legen, an welchemdann der niedrigste Punkt- ungefähr 300 Fuss Meeteshölie haben würde-Bei den Inseln Flores und Corvo, die in nördlich südlicher Richtung über9 Minuten von einander entfernt sind, stellte sich indessen ein' anderes • Er-gebnis heraus. Von den beiderseitigen Küsten nimmt die Tiefe zuerst soallmählich zu, dass die Punkte, vvelche 200 Faden oder 1200 Fuss unter demWasserspiegel liegen, nur etwa 4 Minuten von einander abstehen; und in
zwischen 34° und 35° nördlicher Breite und zwischen 15° und 16° westlicher Länge,von Greenwich gerechnet, emporragen sollten, aber, wie sich aus dem Ergebniss zahl-reicher von der englischen Admiralität veröffentlichter Peilungen ergab, in dem Bereichnirgends aufgefunden werden konnten.
1